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Vergiftung durch Salizylate

Salizylsäurevergiftung (Salicylatintoxikation) bei lokaler Anwendung

Eine Vergiftung durch Salizylate beruht praktisch immer auf der Einnahme von acetylsalicylsäurehaltigen Pharmaka in überhöhter Dosis. Patienten aller Altersgruppen können betroffen sein. Klinisch wird die akute Intoxikation von der langfristig erhöhten Exposition, die zum chronischen Salizylismus führt, unterschieden. Die Behandlung erfolgt hauptsächlich symptomatisch. Im Fall einer akuten Vergiftung sollte außerdem versucht werden, eine weitere Absorption der Salizylate zu verhindern. Als Sonderfall einer Vergiftung durch Salizylate wird das Reye-Syndrom in einem separaten Artikel behandelt.


Symptome

Salizylate wie Acetylsalicylsäure sind nicht in jedem Fall verschreibungspflichtig und zählen zu den am häufigsten eingesetzten Analgetika und Antiphlogistika. Darüber hinaus findet Bismutsalicylat bei der Therapie der Diarrhoe und anderer gastrointestinaler Beschwerden Anwendung. Einige salizylathaltige Pharmaka sind ausschließlich zur äußeren Anwendung zugelassen, was aber nicht bedeutet, dass sie vom (pädiatrischen) Patienten nicht verschluckt werden können. Zudem sind Vergiftungen auch nach transkutaner Absorption der Wirkstoffe möglich [1] [2]. Die weite Verfügbarkeit salizylathaltiger Pharmaka ist ein wesentlicher Grund dafür, dass es immer wieder zu Intoxikationen kommt: beabsichtigt oder versehentlich.

Im Fall einer akuten Intoxikation wird das klinische Bild durch jene Symptome dominiert, die sich aus einer Reizung des Gastrointestinaltraktes sowie aus Alterationen des Wasser- und Elektrolythaushaltes ergeben. Im Rahmen einer metabolischen Azidose wird das Atemzentrum stimuliert und es kommt zur typischen Hyperventilation. Die Patienten werden sonst mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen vorstellig. Blutungen im Verdauungstrakt können zur Hämatemesis, zur Meläna und Hämatochezie führen. Dazu kommen zentralnervöse Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen und Tinnitus, Seh- und Hörverlust [3] und Desorientierung. Wurden hohe Dosen Salizylate ingeriert, kommt es zu Schweißausbrüchen, zur Exsikkose und zu Störungen der Thermoregulation. Manche Patienten entwickeln einen Tremor, bevor sich schließlich eine Bewusstseinsstörung manifestiert. Unbehandelt fallen die Patienten ins Koma und sterben durch Atemversagen.

Als Salizylismus wird die Gesamtheit der Symptome bezeichnet, die bei einer chronischen Vergiftung durch Salizylate auftreten können. Wichtigstes Symptom sind Kopfschmerzen; diese veranlassen nicht selten zur Einnahme weiterer salizylathaltiger Analgetika, was wiederum die Beschwerden verstärkt.

Magenspülung
  • Intensivstation Intoxikationen Kardiovaskuläres System Katecholaminen Katheter Klinik Kohlenmonoxid kommt kön Kontraindikation Krankenpflegekräfte Lungen Lungenödem Magen Magen-Darm-Peristaltik Magen-Darm-Trakt Magenflüssigkeit Mageninhalt Magenschlauch Magenspülung[books.google.de]
  • Nach einer Magenspülung zeigen sich im weiteren Verlauf keine Manifestationen. Hauptdiagnose: T39.1 Vergiftung durch nichtopioidhaltige Analgetika, Antipyretika und Antirheumatika, 4-Aminophenol-Derivate Prozedur: 8-120 Magenspülung[medcontroller.de]
Hämatemesis
  • Blutungen im Verdauungstrakt können zur Hämatemesis, zur Meläna und Hämatochezie führen. Dazu kommen zentralnervöse Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen und Tinnitus, Seh- und Hörverlust und Desorientierung.[symptoma.com]
  • Beispiel 2 Ein Patient wird mit Hämatemesis aufgrund der Einnahme von Cumarin (verordnet), versehentlich in Verbindung mit Acetylsalicylsäure (nicht verordnet) aufgenommen.[foka.medizincontroller.de]
  • Hauptdiagnose: K92.0 Hämatemesis Nebendiagnose(n): T39.0 Vergiftung durch Salizylate T45.5 Vergiftung durch primär systemisch und auf das Blut wirkende Mittel, anderenorts nicht klassifiziert, Antikoagulanzien optional: X49.9![medcontroller.de]
Meläna
  • Blutungen im Verdauungstrakt können zur Hämatemesis, zur Meläna und Hämatochezie führen. Dazu kommen zentralnervöse Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen und Tinnitus, Seh- und Hörverlust und Desorientierung.[symptoma.com]
Tinnitus
  • Dazu kommen zentralnervöse Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen und Tinnitus, Seh- und Hörverlust und Desorientierung.[symptoma.com]

Diagnostik

Das klinische Bild gestaltet sich sehr unspezifisch, sodass ein Verdacht auf eine Vergiftung durch Salizylate meist nur dann aufkommt, wenn in der Anamnese entsprechende Angaben gemacht werden: Eltern berichten möglicherweise, dass ihr Nachwuchs in einem unbeaufsichtigtem Moment mehrere Tabletten geschluckt hat, während andere Patienten über eine dauerhafte Anwendung salizylathaltiger Pharmaka informieren.

Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Serumkonzentration von Salizylaten zu bestimmen, allerdings korrelieren die Ergebnisse nicht immer mit dem Schweregrad der Vergiftung. So treten Reizungen des Gastrointestinaltraktes binnen kurzer Zeit nach Einnahme der Salizylate auf, obwohl Stunden vergehen können, bis höchste Blutspiegel gemessen werden [4]. Bei verzögerter Freisetzung nach Ingestion von Retard-Präparaten vergeht gar noch mehr Zeit, bis sich systemische Symptome einstellen. Als Richtwerte gelten:

  • Serumkonzentration >100 µg/ml: therapeutischer Spiegel, eventuell leichte Symptome einer akuten Intoxikation
  • Serumkonzentration >300 µg/ml: toxisch, symptomatische Vergiftung durch Salizylate
  • Serumkonzentration >500 µg/ml: potenziell lebensbedrohlich [5]

Für eine präzise Beurteilung des Allgemeinzustandes des Patienten sind Blutuntersuchungen anzustellen. Von besonderer Bedeutung ist die Evaluation des Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushaltes, die durch Blutgasanalysen zu ergänzen ist. Diese Untersuchungen wie auch die Messungen zur Serumkonzentration der Salizylate sind wiederholt vorzunehmen, um eine eventuelle Dekompensation und auch ein Ansprechen auf die Therapie erkennen zu können [6].

Therapie

  • Darüber hinaus findet Bismutsalicylat bei der Therapie der Diarrhoe und anderer gastrointestinaler Beschwerden Anwendung.[symptoma.com]
  • Ausgewählte Seiten Seite 91 Seite 37 Seite 98 Seite 35 Seite 43 Inhalt Symptomatik und Therapie spezieller Vergiftungen 67 Nachsorge und Prophylaxe 103 S Struktur und Arbeitsweise von Giftinformationszentren 115 Sachverzeichnis 121 Urheberrecht Andere[books.google.de]
  • Sympathikomimetika 328 Glukagon 329 1 Antiarrhythmika vom membranstabilisierenden Typ Tab III32 S 330332 333 Klinisches Bild und Verlauf 335 Antagonisten bzw Antidote 338 Therapie 341 Details zu den einzelnen Antiarrhythmika 344 12 Disopyramid 347 13[books.google.de]

Quellen

Artikel

  1. Germann R, Schindera I, Kuch M, Seitz U, Altmeyer S, Schindera F. [Life threatening salicylate poisoning caused by percutaneous absorption in severe ichthyosis vulgaris]. Hautarzt. 1996; 47(8):624-627.
  2. Vázquez Martinez JL, Stanescu S, Castrillo Bustamante S, Del Rey Sanchez JM, Pérez-Caballero Macarron C, Coca Pérez A. Unrecognized Transcutaneous Severe Salicylate Intoxication in an Infant. Pediatr Emerg Care. 2015; 31(9):e8.
  3. Wecker H, Laubert A. [Reversible hearing loss in acute salicylate intoxication]. Hno. 2004; 52(4):347-351.
  4. West PL, Horowitz BZ. Delayed recrudescence to toxic salicylate concentrations after salsalate overdose. J Med Toxicol. 2010; 6(2):150-154.
  5. Wollersen H, Preuss J, Thierauf A, Musshoff F, Madea B. [Suicide with acetylsalicylic acid]. Arch Kriminol. 2007; 219(3-4):115-123.
  6. American College of Medical Toxicology. Guidance document: management priorities in salicylate toxicity. J Med Toxicol. 2015; 11(1):149-152.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:44