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Ulzeration der Zunge

Als Ulzeration der Zunge wird ein tiefer Substanzdefekt dieses Organs bezeichnet. Derartige Ulzera treten im Rahmen zahlreicher Infektions-, Autoimmun- und Tumorerkrankungen auf und können ebenso iatrogen induziert sein. Der Krankheitsverlauf einschließlich der Lokalisation, Ausbreitung und Entwicklung des oder der Zungengeschwüre muss ebenso berücksichtigt werden wie weitere Symptome, wenn die Grunderkrankung diagnostiziert werden soll.


Symptome

Ulzerationen der Zunge sind absolut keine Seltenheit. Es wird geschätzt, dass etwa 4% der Bevölkerung Zungengeschwüre aufweisen, und tatsächlich gilt die Zunge als Prädilektionsstelle für die Entwicklung von Ulzera [1] [2]. Der Grund für diese hohe Prävalenz ist die weitgefächerte Ätiologie dieser Kondition [1] [3] [4] [5] [6] [7]:

  • Traumata. Sowohl mechanische Traumata, beispielsweise der Biss auf die eigene Zunge, als auch thermische und chemische Reize können Zungengeschwüre hervorrufen [1] [4].
  • Infektionskrankheiten. Zu den häufigeren Ursachen von Ulzerationen der Zunge gehören die Herpes simplex-Infektion und die Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, das auch als humanes Herpesvirus 3 bezeichnet wird. Hier bilden sich im Bereich der Mundschleimhaut einschließlich der Zunge zunächst Bläschen, die dann aufplatzen und ulzerieren. Seltener sind Zungengeschwüre auf Infektionen mit Actinomyces spp., Mycobacterium spp., Treponema pallidum oder dem humanen Immunschwäche-Virus zurückzuführen [1] [4] [7].
  • Autoimmunerkrankungen. Die Stomatitis aphtosa geht in der Regel mit rund-ovalen, kleinen Ulzerationen der Zunge einher, die schubweise auftreten und jeweils innerhalb weniger Wochen wieder abheilen [1] [6] [7]. Charakteristisch ist hier der gelbliche Grund und rote Hof [6]. Die Ätiologie der Stomatitis aphtosa ist nur unvollständig verstanden, es scheint aber ein Zusammenhang zu den Autoimmunerkrankungen systemischer Lupus erythematosus, Morbus Behçet und Morbus Crohn zu bestehen [7]. Ulzerationen der Zunge können auch bei Patienten festgestellt werden, die an Lichen planus, Pemphigus bzw. dem bullösen Pemphigoid leiden [1] [4] [7].
  • Malignome. Der laterale Zungenbereich gilt als Prädilektionsstelle für Plattenepithelkarzinome der Mundhöhle, der häufigsten Neoplasie der Zunge [1] [8]. Als Risikofaktoren gelten Nikotinkonsum und Alkoholmissbrauch, aber auch fortgeschrittenes Alter und männliches Geschlecht. Ein schmerzloses, nicht heilendes Ulkus, das über mehrere Wochen besteht, ist verdächtig auf eine Neoplasie [1] [4] [7].
  • Iatrogene Genese. Bei Anwendung von Acetylsalicylsäure, Bisphosphonaten, Chemotherapeutika oder Nicorandil besteht ein erhöhtes Risiko auf die Entwicklung von Zungengeschwüren [1] [7].

In den allermeisten Fällen kommt es binnen Tagen oder weniger Wochen zur Spontanremission [1]. Persistierende Ulzera erfordern jedoch eine Abklärung der Ursache und möglicherweise eine gezielte Behandlung.

Diagnostik

In der Anamnese ist nach Vorerkrankungen und der Einnahme von Arzneimitteln zu fragen, nach Ereignissen, die mit dem Auftreten der Ulzerationen in Verbindung stehen könnten, nach deren Entwicklung hinsichtlich Größe, Morphologie und Schmerzhaftigkeit, aber auch nach zusätzlichen Beschwerden, die die Diagnose der Grunderkrankung erleichtern könnten [1] [5] [6] [7]. Die Allgemeinuntersuchung des Betroffenen soll eine gründliche Inspektion der Mundhöhle einschließen, aber aus den zuvor genannten Gründen nicht auf diese beschränkt bleiben. Die Größe, Form, Farbe, Konsistenz und Lokalisation der Ulzera ist zu dokumentieren, nach Möglichkeit fotographisch, um in Verlaufsuntersuchungen einen Vergleich anstellen zu können [1] [7].

Je nach erhobenen Befunden kann eine Liste möglicher Differentialdiagnosen erstellt werden. Dann sind weiterführende diagnostische Maßnahmen einzuleiten, die beispielsweise Blutanalysen - Blutbild, Blutchemie, aber auch Untersuchungen auf die Präsenz von Autoantikörpern - und Biopsien mit anschließender histologischer Begutachtung von Gewebeproben umfassen können [1] [5] [6].

Therapie

  • Therapie : T1-Tumoren werden operativ durch Oberkieferteilresektion behandelt.[medeco.de]
  • Woche der Therapie sehr schmerzhaft Erythem Ulzeration Papillendegeneration in der Zunge Hyperpigmentierung Dysphagie, Dysphasie Therapie professionelle Mundhygiene flüssige Kost Salbeitee Lutschen von Eiswürfeln Bepanthen-Thesit-Lösung systemische Analgesie[med-college.hu]
  • Ausgewählte Seiten Titelseite Inhaltsverzeichnis Index Inhalt Therapie der Krankheiten des kindlichen Alters I Allgemeine Betrachtungen 88 Das Quecksilber 4 4 e d 9 e d 91 Beruhigende Mittel 95 Alkalien und alkalische Erden 103 Carminativa 107 WI Reizende[books.google.de]
  • Dieses Buch bietet übersichtliche Tabellen zur Schnellorientierung, prägnante Darstellung des klinischen Bildes und Tipps zur angemessenen Therapie. Autoren: Prof. Dr. med. habil. Sabine G. Plötz, Prof. Dr. med. Rüdiger Hein, Prof. Dr. med.[springermedizin.de]
  • „Jede Veränderung der Mundhöhle, die länger als zwei Wochen trotz Therapie besteht, muss abgeklärt werden.“[fnp.de]

Prognose

  • In der Prognose ist der klinische Gesamtstatus des Patienten entscheidend.[med-college.de]
  • Entscheidet sich ein Patient gegen eine OP, obwohl sie möglich ist, bedeutet dies meist eine deutlich schlechtere Prognose und kürzere Lebenserwartung. Prognose Die Prognose von Menschen mit Zungenkrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab.[dr-gumpert.de]
  • Mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 15 Prozent hat das Schleimhautmelanom eine schlechte Prognose (27).[aerztekammer-hamburg.org]
  • Zungengrundkarzinome werden bei Inoperabilität mit einer simultanen Radio-Chemotherapie oder einer alleinigen Strahlentherapie behandelt. 7 Prognose Die 5-Jahres-Überlebensrate von Zungengrundtumoren liegt bei 15 bis 25%, die 5-Jahres-Überlebensrate von[flexikon.doccheck.com]
  • Die im vorderen Bereich der Mundhöhle gelegenen Karzinome haben eine bessere Prognose als die im hinteren Bereich gelegenen Tumoren. Differenzialdiagnose : Beim papillomatösen Karzinom: Präkanzeröse Leukoplakie.[medeco.de]

Epidemiologie

  • Vorkommen/Epidemiologie Bei 10-50% der Bevölkerung, meist Minortyp. Ätiopathogenese Ungeklärt, vermutlich multifaktorielle Auslösung bei entsprechender Disposition.[enzyklopaedie-dermatologie.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Paleri V, Staines K, Sloan P, Douglas A, Wilson J. Evaluation of oral ulceration in primary care. BMJ. 2010;340:c2639.
  2. Shulman JD, Beach MM, Rivera-Hidalgo F. The prevalence of oral mucosal lesions in U.S. adults: data from the Third National Health and Nutrition Examination Survey, 1988-1994. J Am Dent Assoc. 2004;135(9):1279-86.
  3. Reamy BV, Derby R, Bunt CW. Common tongue conditions in primary care. Am Fam Physician. 2010;81(5):627-634.
  4. Chi AC, Neville BW, Krayer JW, Gonsalves WC. Oral manifestations of systemic disease. Am Fam Physician. 2010;82(11):1381-1388.
  5. Gambino A, Carbone M, Arduino P-G, et al. Clinical features and histological description of tongue lesions in a large Northern Italian population. Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2015;20(5):e560-e565.
  6. Preeti L, Magesh K, Rajkumar K, Karthik R. Recurrent aphthous stomatitis. J Oral Maxillofac Pathol. 2011;15(3):252-256.
  7. Flint S. Oral ulceration: GP guide to diagnosis and treatment. Prescriber. 2006;17(5).
  8. Monteiro LS, do Amaral JB, Vizcaíno JR, Lopes CA, Torres FO. A clinical-pathological and survival study of oral squamous cell carcinomas from a population of the north of Portugal. Medicina Oral, Patología Oral y Cirugía Bucal. 2014;19(2):e120-e126.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:54