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Schädelfraktur

Schädelbruch

Eine Unterbrechung der physischen Integrität jener knöchernen Strukturen, die das Gehirn umgeben, wird als Schädelfraktur (SF) bezeichnet. Bettruhe, eine erhöhte Lagerung des Kopfes, Pharmatherapie und möglicherweise ein operativer Eingriff kommen zur Behandlung von SF infrage. In vielen Fällen genügt eine konservative Therapie.


Symptome

Das klinische Bild gestaltet sich in Abhängigkeit von der Art der SF und dem Umfang der begleitenden Weichgewebsläsionen sehr heterogen.

  • Die Mehrzahl der SF entspricht linearen Frakturen, die nicht mit einer wesentlichen Verlagerung der Frakturenden einhergehen und benachbartes Gewebe nur selten schädigen. Die Betroffenen sind sich ihrer Umwelt vollkommen bewusst und zeigen keinerlei neurologische Defizite. In den meisten Fällen sind jedoch äußere Verletzungen zu erkennen, die sich die Patienten im Rahmen des Traumas zugezogen haben, bei dem auch die SF entstanden ist. Solche Verletzungen sind vor allem Schürfwunden und Schwellungen.
  • Impressionsfrakturen des Schädels sind in der Regel schwerwiegender. Mehr als die Hälfte der Betroffenen verliert zumindest vorübergehend das Bewusstsein; viele kommen innerhalb einer Stunde wieder zu sich. Neurologische Ausfallerscheinungen, wie sie für lineare SF eben nicht typisch sind, treten hier häufig auf. Läsionen des Gehirns können auch zu Krampfanfällen führen.
  • Bewusstseinstrübungen sind auch bei basilären SF häufig. Typischerweise kommt es zudem zum Austritt von Liquor über die Ohren oder die Nase, was mit problemlos erkennbaren Verletzungen des Os temporale oder zygomaticus einhergeht. Manche Patienten erleiden einen Hörverlust, der entweder aus Einblutungen ins Mittelohr oder direkt aus einer Läsion des Nervus vestibulocochlearis bzw. seiner Äste resultiert. Besonders bei Verletzungen des Hirnnerven ist die Reduktion des Hörvermögens permanent. Im gleichen Kontext kann auch der Gleichgewichtssinn gestört sein, sodass der Betroffene eine Ataxie zeigt. Darüber hinaus treten oft Lähmungen weiterer Hirnnerven mit entsprechenden klinischen Symptomen auf, z.B. eine Läsion des Nervus trigeminus, eine Abduzensparese oder Fazialisparese, was zum Nystagmus sowie sensorischen und motorischen Ausfällen im Bereich des Gesichts führt.
  • Frakturen des Os occipitale gehen zuweilen mit einer Glossopharyngeuslähmung, einer Verletzung des Nervus vagus, Läsion des Nervus accessorius oder Hypoglossusparese einher, aber auch folgenschwere Verletzungen des Rückenmarks und der ossären Strukturen im Bereich der Halswirbelsäule sind keine Seltenheit [1]. Es kann zu Störungen des vegetativen Nervensystems kommen, zur Hemiplegie oder Tetraplegie.
Hörverlust
  • Manche Patienten erleiden einen Hörverlust, der entweder aus Einblutungen ins Mittelohr oder direkt aus einer Läsion des Nervus vestibulocochlearis bzw. seiner Äste resultiert.[symptoma.de]

Diagnostik

Anamnestische Angaben, wenn sie einzuholen sind, oder das klinische Bild können zum Verdacht auf eine SF führen. Deutliche Anzeichen sind zum Beispiel Otorrhoe und Rhinorhoe mit Austritt von Zerebrospinalflüssigkeit. Wesentlich schwieriger gestaltet sich die Diagnosestellung beim Patienten ohne Bewusstseinstrübung und mit gutem Allgemeinbefinden. Hier vermutet der Patient in der Regel nicht, dass er eine SF erlitten haben könnte, und mag im Angesicht aufwendiger diagnostischer Verfahren überrascht sein. Diesbezüglich empfiehlt sich vor allem die Bildgebung, obwohl auch Blutanalysen realisiert werden sollten, um den Allgemeinzustand des Patienten besser beurteilen zu können.

Die Computertomographie ist die Methode der Wahl zur Darstellung des knöchernen Schädels [2] [3]. Diese Technik hat bezüglich der Detektion von SF eine höhere Sensitivität als das Röntgen [4] [5] [6]. Tatsächlich schreibt man der Computertomographie zur Diagnose von SF eine Sensitivität von 85% und eine Spezifität von 100% zu [4]. Die Magnetresonanztomographie eignet sich dagegen eher, um Weichteilläsionen zu erkennen. Sie ergänzt damit die Computertomographie bei der Aufarbeitung von SF, die möglicherweise mit Hirnläsionen einhergehen.

Therapie

  • In vielen Fällen genügt eine konservative Therapie. Das klinische Bild gestaltet sich in Abhängigkeit von der Art der SF und dem Umfang der begleitenden Weichgewebsläsionen sehr heterogen.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Legros B, Fournier P, Chiaroni P, Ritz O, Fusciardi J. Basal fracture of the skull and lower (IX, X, XI, XII) cranial nerves palsy: four case reports including two fractures of the occipital condyle--a literature review. J Trauma. 2000; 48(2):342-348.
  2. Burkhard K, Lange LM, Plenzig S, Verhoff MA, Kolzer SC. [Skull fracture or accessory suture in a child?]. Arch Kriminol. 2016; 237(5-6):172-181.
  3. Weber C, Grzyska U, Lehner E, Adam G. [Clinical relevance of cranial CT under emergency conditions--basic neuroradiologic investigations]. Rofo. 2003; 175(5):654-662.
  4. Chawla H, Malhotra R, Yadav RK, Griwan MS, Paliwal PK, Aggarwal AD. Diagnostic Utility of Conventional Radiography in Head Injury. J Clin Diagn Res. 2015; 9(6):TC13-15.
  5. Idriz S, Patel JH, Ameli Renani S, Allan R, Vlahos I. CT of Normal Developmental and Variant Anatomy of the Pediatric Skull: Distinguishing Trauma from Normality. Radiographics. 2015; 35(5):1585-1601.
  6. Orman G, Wagner MW, Seeburg D, et al. Pediatric skull fracture diagnosis: should 3D CT reconstructions be added as routine imaging? J Neurosurg Pediatr. 2015; 16(4):426-431.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:02