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Pertussis

Keuchhusten

Pertussis ist eine sehr ansteckende Krankheit, die durch Bordetella pertussis verursacht wird.


Symptome

Die Inkubationszeit variiert von 7 bis 14 Tagen. Es ist eine Krankheit die in der Kindheit, mit 90% der Fälle unter 5 Jahren, auftritt. Die Erkrankung verläuft drei Stadien: Stadium catarrhale (grippeähnliche Symptome), Stadium convulsivum (stakkatoartige Hustenattacken) und Stadium decrementi. Während dem Stadium catarrhale sind Patienten hochgradig ansteckend und ihre Kulturen von Atemwegssekreten sind in den meisten Fällen positiv. Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Schnupfen, leichter Husten, schleimige Rhinorrhoe und Bindehautentzündung sind vorhanden. Anfälle von starkem Husten beginnen etwa eine Woche später und sind stakkatoartig, oft auch von Erbrechen begleitet. Inspiratorischer Stridor wird hauptsächlich bei jüngeren Kindern beobachtet, bei denen das Lumen der Atemwege durch Schleimhautsekret und Schleimhautödem beeinträchtigt ist. Die Krankheit kann auch bei teilweise immunisiert älteren Kindern und bei Erwachsenen atypisch verlaufen was die Diagnose oft schwierig macht. Abnehmenden Intensität und Häufigkeit von Husten zeigen den Beginn der Genesungsstufe (Stadium decrementi), die 1-2 Wochen dauern kann.

Zyanose
  • Insb. bei Säuglingen kommt es zu Zyanose und Apnoen - in einem solchen Fall ist eine stationäre Aufnahme unumgänglich.[amboss.miamed.de]
  • Junge Säuglinge zeigen oftmals keine typischen Hustenattacken, sondern eine angestrengte, quälende Atmung mit Auftreten von Zyanose und Atemstillstand, was in seltenen Fällen zum Tode führen kann“, berichtet Greber-Platzer.[aerztezeitung.at]
  • Eine Zyanose ist oft sichtbar, die durch die anhaltende Luftnot entsteht. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Stimmlippenkrampf kommen, was zur Apnoe führt.[flexikon.doccheck.com]
Fieber
  • Fieber tritt in dieser Phase nicht auf. Im "Stadium Decrementi" klingen die Hustenstöße allmählich über einen Zeitraum von bis zu zehn Wochen ab. Ansteckungsgefahr besteht während des stadium catarrhale und bis zu vier Wochen danach.[doktorkarl.de]
  • Fieber fehlt oder ist nur leicht ausgeprägt. Schließlich klingen die Hustenanfälle über einen Zeitraum von sechs bis zehn Wochen allmählich ab (Stadium decrementi).[gesundes-kind.de]
  • […] gegen schwere Krankheitsverläufe von 97% erreicht Auffrischungsimpfung: Erwachsene sollten einmalig gegen Pertussis geimpft werden Nebenwirkungen: 1-3 Tage nach Impfung Rötung, Schwellung, Schmerz an der Impfstelle möglich, gelegentlich auch leichtes Fieber[ifi-reisemedizin.de]
  • Erkrankungs- und Todesfälle an Bang scher Krankheit, Chikungunya-Fieber, Dengue-Fieber, Diphtherie, Hanta-Virus-Infektionen, virusbedingten Meningoenzephalitiden, invasiven bakteriellen Erkrankungen (Meningitiden und Sepsis), Keuchhusten, Legionärskrankheit[jusline.at]
  • Stadium catarrhale (1 bis 2 Wochen): grippeähnliche Symptome (unter anderem Schnupfen, leichter Husten, Schwäche, kein/leichtes Fieber), 2.[lzg.nrw.de]
Schleimhautödem
  • Inspiratorischer Stridor wird hauptsächlich bei jüngeren Kindern beobachtet, bei denen das Lumen der Atemwege durch Schleimhautsekret und Schleimhautödem beeinträchtigt ist.[symptoma.com]
Pertussis
  • Pertussis ist eine leicht vermeidbare Krankheit durch effektive aktive Immunisierung. Pertussis ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Bordetella pertussis verursacht wird. Bordetella pertussis ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium.[symptoma.com]
  • IS481 für B. pertussis und B. holmesii, IS1001 für B. parapertussis, IS1002 für B. pertussis und B. parapertussis, PT-promoter für B. pertussis ), wobei zu beachten ist, dass IS481 und IS1002 keine absolute Spezifität für B. pertussis besitzen.[rki.de]
  • "Auch in hoch entwickelten Industrieländern sterben immer wieder Säuglinge an Pertussis."[aerztezeitung.de]
  • Wie wir erfahren haben, gibt es auf dem deutschen Markt keinen azellulären Pertussis-Einzelimpfstoff mehr. Vorhandene Kombinationsimpfstoffe wie COVAXIS verfügen nur über ein Zehntel der Pertussis-Toxoid-Menge des Einzelimpfstoffes.[arznei-telegramm.de]
Husten
  • Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und führt im Verlauf zu schweren Episoden von krampfartigem Husten, die unkontrollierbar sind. Der Husten kann Erbrechen hervorrufen.[symptoma.com]
  • Keuchhusten beginnt häufig mit ein bis zwei Wochen andauernden, leichten Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen, Husten und Schwächegefühl.[spiegel.de]
  • Er grenzte die tussis quinta (lateinisch fünfter Husten) unter anderem vom Krupphusten ab.[de.wikipedia.org]
  • Auch bleibt bei Erwachsenen häufig der charakteristische Stakkato-Husten aus, ein krampfartiges Husten und Keuchen, das mehrere Minuten dauert.[t-online.de]
Grippaler Infekt
  • Am Anfang ist die Erkrankung nicht von einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Spätestens dann, wenn der Husten länger als zwei Wochen dauert, sollte an Pertussis gedacht werden.[aerztezeitung.at]
  • Das erste Stadium verläuft ähnlich einem grippalen Infekt mit Krankheitsgefühl, Fieber, Schnupfen und leichten Husten. Nach 1-2 Wochen kommt es zunehmend zu Attacken von staccato-artigem Husten, bei dem ein zäher Schleim produziert wird.[drdietrich.de]

Diagnostik

Die Diagnose wird nach klinischer Untersuchung, charakteristischer Symptomatik und Anamnese gestellt. Bei der Untersuchung wird der typische Husten zu hören sein. Der Patient kann febril sein und Anzeichen von Schnupfen haben.

Labormedizinische Untersuchungen zeigen eine Lymphozytose, die Lymphozyten können 90% der gesamten Leukozyten ausmachen. Eine niedrige Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) kann festgestellt werden. Die spezifische Diagnose wird in der Regel durch den Erreger im Nasen-Rachen-Abstrich gestellt. Kulturen sind in der Regel in einem frühen Stadium der Krankheit positiv. Eine schnellere Diagnose ist durch den Nachweis von erregerspezifischer DNA mit Polymerase-Kettenreaktion (PCR) möglich.

Therapie

Die Behandlung sollte sofort begonnen werden, um Komplikationen, die bei Kleinkindern ernst sein können, zu verhindern. Jede Komplikation oder Dehydrierung ist ein Indiz für einen nötigen sofortigen stationären Aufenthalt. Gute Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wichtig. Antibiotika, vor allem Erythromycin, sollten sofort im frühen katarrhalische Stadium begonnen werden, da sie die Intensität der Infektion reduzieren und die Übertragbarkeit vermindern. Komplikationen sollten symptomatisch behandelt werden [8].

Prognose

Das Hauptziel der Behandlung ist es, die Ausbreitung der Infektion zu verringern, die Symptome zu verbessern und Komplikationen zu verhindern. Mit der richtigen Diagnose und schneller Behandlung von Keuchhusten ist die Prognose sehr gut mit vollständiger Genesung. Der chronische Husten vergeht üblicherweise innerhalb von 3 Monaten. Bei Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Kindern ist die Prognose sehr gut [6] . Kleinkinder unter einem Jahr haben ein höheres Risiko von Komplikationen, vor allem bakterielle Pneumonie. Mortalität tritt vor allem auf Kleinkinder auf, die noch nicht die Impfung erhalten haben [7].

Ätiologie

Der Erreger dieser Infektion ist Bordetella pertussis, ein gramnegatives Stäbchenbakterium. Diese Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion verbreitet, wenn als Folge von Husten oder Niesen einer infizierten Person Tröpfchen in die Luft abgegeben werden. Dies ist eine hoch ansteckende Krankheit, die Säuglinge oder Kinder durch Familienmitglieder, die keine Kenntnis von der Infektion haben, betreffen kann. Beim Einatmen heften sich die Bakterien an das Nasen-Rachen-Epithel und vermehren und verbreiten sich durch das Flimmerepithel.

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Übertragung erleichtern, vor allem Personen, die nicht geimpft sind und Säuglinge und Kinder, die in engem Kontakt mit infizierten Menschen stehen [2] sind gefährdet. Medizinisches Personal, das in engem Kontakt mit infizierten Personen ist, ist auch zu einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Im Falle einer Epidemie sind alle Individuen, die Schulen oder Krankenhäuser besuchen, von einem hohen Risiko betroffen.

Epidemiologie

Pertussis tritt weltweit auf und ist trotz der Impfung ein globales Problem. In der Zeit nach der Einführung der Impfung kam es zu einem 20-fachen Rückgang der Inzidenz. Epidemien [3] treten jedoch weiterhin weltweit auf. Aktuelle Studien zeigen, dass 260.000 Kinder unter dem Alter von fünf Jahren jedes Jahr an Keuchhusten sterben. Damit ist Pertussis trotz der Immunisierung, weiterhin eine Gesundheitsgefahr. Vor der Impfung war Keuchhusten eine häufige Ursache für Krankheit und Tod.

Pertussis tritt das ganze Jahr über auf, wird aber verstärkt im Sommer beobachtet. Pertussis betrifft alle Altersgruppen, Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Kinder und Kleinkinder sind stärker betroffen, vor allem in der Altersgruppe von 6 Monaten bis zu einem Jahr. Eine Studie aus Australien berichtete, dass Erwachsene mit Übergewicht oder Asthma häufiger von Pertussis betroffen waren [4]. Nach Einführung der Impfung wurden mehr Fälle bei Erwachsenen und Jugendlichen berichtet, mit schwindender Immunität wurden milde oder modifizierte Formen der Krankheit häufiger.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Das Bakterium wird durch Tröpfcheninfektion von infizierten, unbehandelten Patienten verbreitet. Die Pathogenese basiert auf dem produzierten Toxin. Klinische Merkmale hängen von der Wirtsantwort auf verschiedene Antigene, Kapsel, Zellwand und Zytoplasma des Organismus ab. Das Bakterium haftet am respiratorischen Epithel an und zerstört das Flimmerepithel was was zu dem ersten Stadium der Krankheit führt. Endotoxin scheint nicht zur Pathogenese beizutragen. Bakterien scheinen auch in das Gewebe eindringen und sind in Alveolarmakrophagen zu finden.

Pathologische Veränderungen induzieren Entzündung der Schleimhaut der Atemwege und Ablagerungen akkumulieren im Respirationstrakt. Eine Bronchopneumonie entwickelt sich, mit Nekrose und Abschuppung des oberflächlichen Epithels der Bronchien. Bronchioläre Obstruktion und Atelektase können durch Ansammlung von Sekreten entstehen. Bronchiektasen können sich entwickeln und fortbestehen. Aufgrund der Ansammlung von Sekreten tritt Husten auf. Veränderungen im Gehirn und der Leber sind in schweren Krankheitsfällen insbesondere bei Säuglingen möglich und die Ursache ist Anoxie. Die Bakterien können nicht in Blutkultur nachgewiesen werden [5].

Prävention

Isolierung ist auch nach dem Start der Therapie wünschenswert. Chemoprophylaxe mit Erythromycin ist ideal für immunisiert Kontakte unter 2 Jahren. Die Grundimmunisierung erfolgt mit 6, 10 und 14 Wochen mit weiteren Dosen nach 18 Monaten und 5 Jahren [9]. Nebenwirkungen der Impfung sind Fieber, Schmerzen an der Injektionsstelle, Erythem und Reizbarkeit. Medizinisches Personal sollte geimpft sein. Pertussis ist eine leicht vermeidbare Krankheit durch effektive aktive Immunisierung [10].

Zusammenfassung

Pertussis ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Bordetella pertussis verursacht wird. Bordetella pertussis [1] ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium. Dies ist eine schwere Infektion im Kindesalter, die häufig mit Komplikationen einhergeht. Pertussis tritt weltweit auf und Epidemien sind häufig. Reservoir und Wirt für Bordetella pertussis ist ausschließlich der Mensch.

Die Krankheit wird auch als Keuchhusten bezeichnet und verläuft drei Stadien: Stadium catarrhale (grippeähnliche Symptome), Stadium convulsivum (stakkatoartige Hustenattacken) und Stadium decrementi. Prävention in der Form einer Impfung ist von großer Bedeutung, vor allem bei Kindern aufgrund der Schwere der sekundären bakteriellen Infektionen. Die Grundpfeiler der Behandlung sind Antibiotika.

Patientenhinweise

Pertussis oder Keuchhusten ist eine akute Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium namens Bordetella pertussis, verursacht wird. Dies ist eine hoch ansteckende Krankheit, die durch Tröpfcheninfektion verbreitet wird. Diese Infektion führt zu schweren Episoden von heftigem Husten mit einem charakteristischen Ton, wenn der Patient versucht zu atmen. Bordetella pertussis führt zu Infektionen der oberen Atemwege und vor allem bei Kleinkindern sind schwere Komplikationen möglich.

Diese Erkrankung dauert meist 6-8 Wochen an. Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und führt im Verlauf zu schweren Episoden von krampfartigem Husten, die unkontrollierbar sind. Der Husten kann Erbrechen hervorrufen. Sofortige medizinische Versorgung mit Antibiotika hilft, um die Übertragung dieser Infektion zu reduzieren und die Symptomatik zu verbessern.

Blutuntersuchungen werden durchgeführt, aber die Diagnose wird in der Regel nach der klinischen Untersuchung bereits gestellt. Die Impfung ist der effektivste Weg der Prävention von Pertussis. Alle Kinder sollten nach dem Immunisierungsplan regelmäßig geimpft werden. Auffrischimpfungen sollten ebenfalls durchgeführt werden.

Quellen

Artikel

  1. Walsh PF, Kimmel L, Feola M, Tran T, et al. Prevalence of Bordetella pertussis and Bordetella parapertussis in infants presenting to the emergency department with bronchiolitis. J Emerg Med. 2011 Mar;40(3):256-61.
  2. Bisgard KM, Pascual FB, Ehresmann KR, Miller CA, et al. Infant pertussis: who was the source? Pediatr Infect Dis J. 2004 Nov;23(11):985-9.
  3. Marconi GP, Ross LA, Nager AL. An upsurge in pertussis: epidemiology and trends. Pediatr Emerg Care. 2012 Mar;28(3):215-9.
  4. Liu BC, McIntyre P, Kaldor JM, Quinn H, Ridda I, Banks E. Pertussis in older adults: prospective study of risk factors and morbidity. Clin Infect Dis. 2012 Dec;55(11):1450-6.
  5. Mattoo S, Cherry JD. Molecular pathogenesis, epidemiology, and clinical manifestations of respiratory infections due to Bordetella pertussis and other Bordetella subspecies. Clin Microbiol Rev. 2005 Apr;18(2):326-82.
  6. Guinto-Ocampo H, Bennett JE, Attia MW. Predicting pertussis in infants. Pediatr Emerg Care. 2008 Jan;24(1):16-20.
  7. Vitek CR, Pascual FB, Baughman AL, Murphy TV. Increase in deaths from pertussis among young infants in the United States in the 1990s. Pediatr Infect Dis J. 2003 Jul;22(7):628-34.
  8. Allen A. Public health. The pertussis paradox. Science . 2013 Aug:341 (6145): 454–5.
  9. Baker JP, Katz SL . Childhood vaccine development: an overview. Pediatr Res. 2004 Feb :55 (2): 347–56.
  10. Edwards K, Decker MD. Pertussis vaccine. In: Plotkin SA, Orenstein WA. Vaccines. 4th ed. Philadelphia, PA: Saunders; 2004:471-528.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:51