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Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie

Anfallartige nicht vom Sinusknoten ausgehende Herzfrequenzerhöhungparoxysmale supraventrikuläre Tachykardie; PSVT

Der Terminus paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie (PST) beschreibt eine anfallsartig auftretende, rhythmische Erhöhung der Herzfrequenz, die ihren Ursprung über den His-Bündeln hat. Diese Form der Tachykardie setzt unvermittelt ein und endet auch abrupt. Die Herzfrequenz während eines akuten Schubes beträgt bis zu 220 je Minute.


Symptome

Das klinische Bild, das ein PST-Patient während eines Anfalls zeigt, hängt von seinem anderweitigen Gesundheitszustand ab. Individuen mit bestehender Kardiopathie oder anderer kardiovaskulärer Erkrankung können hochgradige Symptome entwickeln, während der sonst gesunde Patient weitgehend asymptomatisch bleibt. Zwischen den Anfällen treten für gewöhnlich keine PST-assoziierten Symptome auf.

Die Symptome setzen akut ein, währen solange, wie die Tachykardie andauert - ein paar Minuten oder mehrere Stunden - und klingen dann spontan wieder ab. Die hohe Herzfrequenz beeinträchtigt die Füllung der Ventrikel mit Blut, sodass das Schlagvolumen vermindert ist. Entsprechend kann die Peripherie nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden und es stellen sich mehr oder weniger ausgeprägte Symptome einer Herzinsuffizienz ein. Die Hypoxie führt zur Blässe, zu Atemnot und Tachypnoe und der Patient verspürt Palpitationen und Schmerzen in der Brust [1]. Viele Patienten beschreiben ein "Klopfen im Hals", das einer Venenpulsation nach Kontraktion der Atrien gegen geschlossene Segelklappen resultiert [2]. Ein relativer Sauerstoffmangel im Gehirn geht mit Schwindel, Präsynkopen und Synkopen einher [3]. Das Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen und zu ersticken, macht den Betroffenen Angst.

Kinder sind mitunter nicht in der Lage, die oben genannten Symptome zu beschreiben, was die Diagnose erschwert. Hinweisend können ein plötzliches einsetzendes Unwohlsein, eine erhöhte Reizbarkeit und Diaphorese sein. Die Herzfrequenz liegt oft über 200 Schlägen pro Minute.

Schwindelgefühl
  • Die Frequenz springt innerhalb eines Herzzyklus auf meist 160-220 Schläge/min, was beim Betroffenen zu Schwindelgefühl, Angst, Atemnot und Angina pectoris-Symptomatik führen kann.[karteikarte.com]
  • Bei hohen Pulsfrequenzen ist ein Schwindelgefühl bis hin zur Bewusstlosigkeit ( Synkope ) häufig. Nach dem Ende der Tachykardie verspüren viele Patienten einen auffälligen Harndrang.[de.wikipedia.org]
Tachykardie
  • In einer elektrophysiologischen Untersuchung kann der Pathomechanismus der PST identifiziert und somit eine Differenzierung zwischen AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, AV-Reentry-Tachykardie und atrialer Tachykardie vorgenommen werden.[symptoma.de]
  • Die Symptome von paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie kann Angst und schnelle Atmung umfassen. Paroxysmale atriale Tachykardie ist ein Zustand, plötzlichen und unregelmäßigen Herzschlag verursacht.[surgenkraft.com]
  • Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien können bei Gesunden auftreten.[medizinfo.de]
Herzerkrankung
  • Meist wird auch eine Echokardiographie realisiert, die primär dem Ausschluss weiterer Herzerkrankungen dient. Im 12-Kanal-EKG ist eine PST gut erkennbar, wenn die Aufzeichnung eine symptomatische Episode umfasst.[symptoma.de]
  • Menschen, die bereits an einer Herzerkrankung leiden sind auch schon bei niedrigeren Schlagfrequenzen des Reentry-Mechanismus von Ohnmachtsanfällen bedroht. Top[medizinfo.de]
  • Vorhofflattern ist zumeist auf organische Herzerkrankungen wie eine koronare Herzkrankheit oder Erkrankungen der Herzklappen zurückzuführen. Vorhofflattern kann allerdings auch bei älteren Herzgesunden auftreten.[kardiologie-gamm.de]
Polyurie
  • Häufig kommt es zusätzlich zu einer oftmals unbemerkten Polyurie, d.h. vermehrten Urinausscheidung.[kardiologie-gamm.de]

Diagnostik

Wichtigste Schritte zur Diagnose der PST sind die Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms (EKG) und die Durchführung einer elektrophysiologischen Untersuchung. Meist wird auch eine Echokardiographie realisiert, die primär dem Ausschluss weiterer Herzerkrankungen dient.

  • Im 12-Kanal-EKG ist eine PST gut erkennbar, wenn die Aufzeichnung eine symptomatische Episode umfasst [2] [4]. Unter Umständen ist ein 24-stündiges Holter-Monitoring erforderlich, um einen Anfall zu erfassen; diese Methode verspricht jedoch weniger spezifische Befunde. Eine PST-Episode beginnt plötzlich, oft nach einer vorzeitigen atrialen Extrasystole, und endet auch genauso abrupt wieder. Damit unterscheidet sich die PST von einer Sinustachykardie, die sich bei entsprechendem externen Stimulus entwickelt. Bei einer Sinustachykardie nimmt das RR-Intervall sukzessive ab und die maximale Herzfrequenz steigt selten über 180 Schläge pro Minute. Der Herzrhythmus des PST-Patienten ist jederzeit regelmäßig, das PR-Intervall unauffällig, der QRS-Komplex eng [3]. Es mag aufgrund der hohen Herzfrequenz schwierig sein, die P-Welle zu erkennen, die sich mit der vorangegangenen T-Welle überlagert. Im Gegensatz dazu zeigt das EKG eines Patienten, der eine paroxysmale ventrikuläre Tachykardie aufweist, keine P-Wellen sowie breite, verzerrte QRS-Komplexe.
  • In einer elektrophysiologischen Untersuchung kann der Pathomechanismus der PST identifiziert und somit eine Differenzierung zwischen AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, AV-Reentry-Tachykardie und atrialer Tachykardie vorgenommen werden [2].
  • In der Echokardiographie werden in der Regel keine auffälligen Befunde erhoben, es sei denn, es besteht eine anderweitige Kardiopathie [5].

Sowohl von diagnostischer als auch therapeutischer Relevanz ist die Reaktion des Patienten auf ein Vasalva-Manöver. Im Fall einer PST lässt sich die Episode so mitunter anhalten, im Fall einer Sinustachykardie sinkt die Herzfrequenz, um anschließend bei erhaltenem Stimulus wieder anzusteigen.

Therapie

  • Therapie Sinustachykardien bedürfen in der Regel keiner besonderen Therapie. Allerdings wird versucht, eine evtl. zugrundeliegende Ursache zu identifizieren und ggf. zu therapieren.[de.wikipedia.org]
  • Die Therapie umfasst die Behandlung der Grunderkrankung sowie in der akuten Rhythmusstörung die Gabe von Antiarrhythmika ( Ajmalin, Amiodaron ) bzw. die elektrische Kardioversion.[amboss.miamed.de]
  • Sollte der Anfall trotzdem nicht zu durchbrechen sein, so ist eine rasche medikamentöse Therapie mit Adenosin intravenös erfolgen. In der Langzeittherapie können Beta-Blocker sowie Antiarrhythmika wie Amiodaron sinnvoll sein.[flexikon.doccheck.com]
  • Es erfolgt eine frequenzregulierende Therapie und der Patient wird antikoaguliert.[foka.medizincontroller.de]
  • Therapie Valsalvamanover, Carotisdruckversuch, bei Symptomatik medikamentös, Abklärung der Ursache, Katheter-Ablation Impressum: Ralf Kleindienst Fachkrankenpfleger Intensiv und Anaesthesie, Schwarzwaldstr. 7d, 79423 Heitersheim mailto:[email protected][grundkurs-ekg.de]

Prognose

  • […] tachykarden Phasen Sustained ‒ anhaltende Tachykardie, die mindestens 30 Sekunden besteht Non-sustained ‒ nicht-anhaltende Tachykardie Warming up/cooling down ‒ am Beginn schneller werdende und am Ende wieder langsamer werdende Frequenz Verlauf und Prognose[gesundheits-lexikon.com]
  • Die Prognose von Herzrhythmusstörungen ist höchst unterschiedlich, viele geringe Rhythmusstörungen sind harmlos, aber andere Störungen sind gefährlich oder sogar lebensbedrohlich wie z. B. Kammerflimmern.[rotkreuzkliniken.de]

Pathophysiologie

  • Definition Ätiologie Pathophysiologie Symptome/Klinik Diagnostik EKG-Kriterien der ventrikulären Tachykardie Differentialdiagnosen Torsade de pointes - Klinisches Management Therapie Fahrtauglichkeit nach ventrikulärer Tachykardie Kodierung nach ICD-10[amboss.miamed.de]

Quellen

Artikel

  1. Wasmer K, Ribbing M, Monnig G, Breithardt G, Eckardt L. A case of paroxysmal supraventricular tachycardia. Pacing Clin Electrophysiol. 2004; 27(11):1545-1546.
  2. Tanner H. [Paroxysmal supraventricular tachycardia-mechanisms, diagnostic, and treatment]. Ther Umsch. 2014; 71(2):99-104.
  3. Al-Zaiti SS, Magdic KS. Paroxysmal Supraventricular Tachycardia: Pathophysiology, Diagnosis, and Management. Crit Care Nurs Clin North Am. 2016; 28(3):309-316.
  4. Lutwak N, Dill C. Paroxysmal supraventricular tachycardia in an octogenarian. J Emerg Med. 2012; 43(3):457-460.
  5. Spanò F, Cereda A, Moreo A, et al. Paroxysmal supraventricular tachycardia as first manifestation of right atrial hemangioma during endovascular treatment of intracranial arteriovenous fistulas. Oncotarget. 2015; 6(16):14060-14064.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:33