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Otitis media

Mittelohrentzündung

Eine Entzündung des Mittelohrs häufig gekennzeichnet durch Ohrenschmerzen, Ausfluss und Hörverlust, wird als Otitis media bezeichnet.


Symptome

Zu den klassischen Symptomen der akuten Otitis media gehören die folgenden:

Diese Beschwerden können durch unspezifische Symptome wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet werden. Bei Säuglingen und Neugeborenen können die typischen Symptome fehlen und die Erkrankung kann asymptomatisch oder mit nur unspezifischen Symptomen wie Reizbarkeit, Fieber, Durchfall oder Erbrechen ablaufen. Chronische Otitis media führt zu Hörminderung, Perforation des Trommelfells und Ausfluss aus dem Gehörgang länger als 6 Wochen.

Reizbarkeit
  • Weitere Symptome sind Fieber, Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen und evt. eitrige und blutige Absonderungen aus dem Ohr. Letzteres tritt auf, wenn das Trommelfell durch aufgestautes Sekret spontan aufplatzt.[medizinfo.de]
  • Zu den Symptomen gehören Ohrenschmerzen und unspezifische Beschwerden wie Fieber, Bauchschmerzen und Reizbarkeit. Für die Behandlung werden in erster Linie Schmerzmittel eingesetzt.[pharmawiki.ch]
  • Hinzu kommen weitere Symptome wie ein gerötetes, vorgewölbtes Trommelfell, Ohrfluss, eine verminderte Hörfähigkeit, Fieber, Reizbarkeit und Schwindel.[vitanet.de]
  • Bei Säuglingen und Neugeborenen können die typischen Symptome fehlen und die Erkrankung kann asymptomatisch oder mit nur unspezifischen Symptomen wie Reizbarkeit, Fieber, Durchfall oder Erbrechen ablaufen.[symptoma.com]
Fieber
  • Typische Symptome sind Ohrenschmerzen, Fieber, Ausfluss und Hörminderung.[symptoma.com]
  • Merke Ohrenschmerzen und Fieber sind immer ein Alarmsyndrom, das abgeklärt gehört. gg[medizin-kompakt.de]
  • Meistens sind alle Symptome innerhalb von 7 bis 10 Tagen verschwunden, Fieber schon nach 3 Tagen. Rezidive sind im Winter besonders häufig. Häufig kommt es zu einer erneuten Erkrankung.[medizinfo.de]
  • Hohes Fieber und starke Kopfschmerzen können weitere Anzeichen einer Mittelohrentzündung sein. Auch eine Hörminderung kann auftreten. Bei kleineren Kindern ist typisch, dass sie sich häufig ans Ohr greifen, weil sie dort Schmerzen haben.[kinderaerzte-im-netz.de]
Appetitverlust
  • Zu den typischen Zeichen zählen jedoch: Am Ohr ziehen Appetitverlust Unruhe und Schreien Schlafstörungen Hohes Fieber Ausfluss aus den Ohren Gleichgewichtsstörungen Hörstörungen, insbesondere leise Geräusche oder Ansprechen von hinten werden nicht gehört[hear-the-world.com]
Ohrenschmerz
  • Ein Zwiebelwickel gilt als bewährtes, schmerzlinderndes Hausmittel bei Ohrenschmerzen. Ob er sich bei Ihrem Kind eignet, sollten Sie aber mit der Ärztin/dem Arzt klären.[rund-ums-baby.de]
  • Zu den zentralen Symptomen einer AOM, die von den Kindern und Eltern wahrgenommen werden, gehören Ohrenschmerzen.[aliud.de]
  • Leitlinie Ohrenschmerzen - Von der DEGAM ( Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) gibt es die "Leitlinie Ohrenschmerzen". - Sie enthält auch Tipps zur Antibiose bei Otitis media www.awmf.org Suche mit "Ohrenschmerzen" Weitere[aerztezeitung.de]
  • Die besten Hausmittel gegen Ohrenschmerzen Die besten Mittel gegen Ohrenschmerzen Warum helfen Nasentropfen bei Ohrenschmerzen? Themen[praxisvita.de]
Tinnitus
  • ( Otitis media ) sind plötzlich einsetzende, heftig-stechende Ohrenschmerzen Fieber (bei Kindern über 39 Grad) Hörminderung Bauchschmerzen und Übelkeit (vor allem bei Kindern) Kopfschmerzen Schwächegefühl Druckgefühl im Ohr Schwindel Ohrengeräusche (Tinnitus[wunderweib.de]
  • Fast allen Formen sind folgende Krankheitszeichen gemeinsam: Ohrenschmerzen Schallleitungsschwerhörigkeit Mittelohrerguss Im Einzelfall können Tinnitus, Fieber und Schwindel hinzutreten. 5 Therapie Die Therapie ist abhängig von der Verlaufsform der Otitis[flexikon.doccheck.com]
  • […] weitere Symptome und Folgebeschwerden, die auf eine Otitis media acuta hinweisen: Schwächegefühl Rötung und Schwellung des Warzenfortsatzes Druck- und Völlegefühl im Ohr Schwindelgefühl Fieber Kopfschmerzen Schallleitungsschwerhörigkeit Ohrengeräusche (Tinnitus[audibene.de]
  • Mögliche Komplikationen Schädigung des Innenohres durch Übertritt von Schadstoffen (Toxinen) mit Hörverschlechterung Entzündung des Innenohres und Gleichgewichtsorganes (Labyrinthitis) mit Hörverschlechterung, heftigem Drehschwindel und Ohrgeräuschen (Tinnitus[netdoktor.at]

Diagnostik

Zusätzlich zu den klinischen Merkmalen, sind die folgenden Untersuchungen hilfreich, um die Diagnose von Mittelohrentzündung zu stellen.

  • Otoskopie und Tympanometrie: Otoskopie und Tympanometrie zeigen mehrere charakteristische Merkmale von Otitis media, einschließlich der folgenden: Eine abnorme Kontur des Trommelfells. Erythem des TrommelfellsDas Vorhandensein von Flüssigkeit kann eine hellgelbe Farbe des Trommelfells verursachen. Es kann Trübung des Trommelfell kommen. Strukturveränderungen im Trommelfell wie Narben oder Perforation können auftreten. Die Beweglichkeit des Trommelfells wird ebenfalls beeinträchtigt. Mobilität ist ein sensitiver und spezifischer Indikator, um die Anwesenheit oder Abwesenheit von Erguss im Mittelohr zu detektieren.
  • Durch Kultur des Ohrausfluss kann das Vorhandensein und die Art des Erregers bestimmt werden.
  • Punktion mit Kultur (oder PCR) des Mittelohrs: Aspiration und Kultur des Erguss im Mittelohr kann in Fällen durchgeführt werden, wenn kein Ausfluss besteht. Es ist ein zuverlässiges Verfahren zur Bestätigung des Vorhandenseins von Infektionen und Identifikation der Erreger.
  • Anstelle der Kultur, kann die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) verwendet werden, um die Bakterien mit hoher Sensitivität und Spezifizität zu detektieren [5] [6].

Therapie

Die Behandlung von verschiedenen Arten von Otitis media ist wie folgt:

Akute Otitis media

Rezidivierende Otitis media

Patienten mit rezidivierender Otitis media können tägliche Dosen eines Antibiotikums als Prophylaxe für 3 bis 6 Monate benötigen.

Chronische Otitis media

Die Erreger umfassen in der Regel in diesem Fall S. aureus und P. aeuroginosa oder beide [7]. Initialtherapie mit oralem Antibiotikum, das wirksam ist gegen Staphylococcus ist wird häufig versucht, eine optimale Therapie ist aber nur nach Erregernachweis möglich.

Prognose

Mit adäquater Behandlung ist die Mehrheit der Fälle von Mittelohrentzündung mit sehr guter Prognose verbunden. Unbehandelte und komplizierte Fälle können zur Entwicklung einer Reihe von schweren Komplikationen wie Meningitis, Mastoiditis und bleibenden Hörschäden führen.

Ätiologie

Bakterien sind die häufigsten Erregern der Mittelohrentzündung [1] [2]. In etwa 25 bis 40% der Fälle ist Streptococcus pneumonia die Ursache. Hämophilus influenza verursacht Otitis media bei rund 15 bis 25% der Fälle. Mittelohrentzündung durch Haemophilus Influenza ist häufig rezidivierend. 12 bis 20% werden durch Moraxella catarrhalis verursacht. Andere Erreger schließen Streptokokken der Gruppe A, Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa mit ein; wobei letztere oft Ursache für chronische Otitis media sind.
Viren sind keine häufige direkte Ursache der Otitis media, jedoch verursachen virale Infektionen der oberen Atemwege häufig einen Verschluss der Eustachi’schen Röhre, der die Verbreitung von Bakterien im Mittelohr fördern kann.

Die folgenden Faktoren sind mit einem erhöhten Auftreten von Otitis media bei Kindern verbunden:

  • Alter unter 1 Jahr
  • Immunschwäche
  • Down-Syndrom
  • Anomalien, die die Funktion der Eustachi'schen Röhre beeinträchtigen (wie Gaumenspalte)
  • Geschwister mit rezidivierender Mittelohrentzündung
  • Passivrauchen
  • Niedriger sozioökonomischer Status und schlechte Lebensbedingungen
  • Stillen reduziert das Auftreten von akuten Infektionen der Atemwege und verhindert die Besiedlung mit Erregern von Otitis durch selektive IgA-Antikörper.

Epidemiologie

Otitis media ist eine der häufigsten Infektionen in der Kindheit, besonders im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Die Erkrankung kommt auch bei Erwachsenen relativ häufig vor.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Bakterien besiedeln das Mittelohr in der Regel aus dem Nasenrachenraum. Wenn die normale Durchgängigkeit der Eustachi'schen Röhre von lokalen Infektionen oder Pharyngitis [3] beeinträchtigt wird, kommt es zu einer Entwicklung eines Erguss im Mittelohr [4]. Selten erfolgt eine hämatogene Verbreitung der Erreger.

Prävention

Die Vermeidung und Behandlung von Risikofaktoren kann Mittelohrentzündung verhindern. Eine Impfung gegen Streptococcus pneumoniae ist möglich [8] [9]. Die Verwendung von Xylit-Sirup kann prophylaktisch wirken [10].

Zusammenfassung

Otitis media ist eine Entzündung des Mittelohrs. Auf der Grundlage des Verlaufs der Erkrankung kann Otitis media als akut, chronisch oder rezidivierend klassifiziert werden.

  • Akute Otitis media ist durch schnelles Einsetzen der Symptome, wie Schmerzen und Hörverlust in einem oder beiden Ohren gekennzeichnet.
  • Rezidivierende Mittelohrentzündung kann bei drei oder mehr neuen Episoden von akuter Otitis media in einem Zeitraum von 6 Monaten diagnostiziert werden. Sie kann auch als vier oder mehr Episoden von akuter Otitis media in einem Zeitraum von einem Jahr definiert werden.
  • Chronische Otitis media ist als persistenter Ausfluss aus dem Ohr für eine Dauer länger als 6 Wochen definiert.

Patientenhinweise

Otitis media, auch als Mittelohrentzündung bezeichnet, ist die Infektion und Schwellung des mittleren Teil des Ohres. Wenn sie richtig und frühzeitig behandelt wird, hat sie eine gute Prognose. Unbehandelten Fälle können schwere Komplikationen wie Hörverlust entwickeln. Typische Symptome sind Ohrenschmerzen, Fieber, Ausfluss und Hörminderung.

Quellen

Artikel

  1. St. Clair CT, Jr. The etiology of otitis media. The West Virginia medical journal. Mar 1956;52(3):67-68.
  2. Feingold M. Acute otitis media in children. Comments on etiology and treatment. Clinical pediatrics. May 1967;6(5):255-257.
  3. Bluestone CD. Pathogenesis of otitis media: role of eustachian tube. The Pediatric infectious disease journal. Apr 1996;15(4):281-291.
  4. Paparella MM, Kim CS, Goycoolea MV, Giebink S. Pathogenesis of otitis media. The Annals of otology, rhinology, and laryngology. Jul-Aug 1977;86(4 Pt 1):481-492.
  5. Virolainen A, Salo P, Jero J, Karma P, Eskola J, Leinonen M. Comparison of PCR assay with bacterial culture for detecting Streptococcus pneumoniae in middle ear fluid of children with acute otitis media. Journal of clinical microbiology. Nov 1994;32(11):2667-2670.
  6. Liederman EM, Post JC, Aul JJ, et al. Analysis of adult otitis media: polymerase chain reaction versus culture for bacteria and viruses. The Annals of otology, rhinology, and laryngology. Jan 1998;107(1):10-16.
  7. Wilson TG. The etiology of chronic suppurative otitis media. Acta oto-laryngologica. Supplementum. 1963;183:142-144.
  8. Felix F, Gomes GA, Cabral GA, Cordeiro JR, Tomita S. The role of new vaccines in the prevention of otitis media. Brazilian journal of otorhinolaryngology. Jul-Aug 2008;74(4):613-616.
  9. Principi N, Baggi E, Esposito S. Prevention of acute otitis media using currently available vaccines. Future microbiology. Apr 2012;7(4):457-465.
  10. Vernacchio L, Corwin MJ, Vezina RM, et al. Xylitol syrup for the prevention of acute otitis media. Pediatrics. Feb 2014;133(2):289-295.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:48