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Mukopolysaccharidose Typ 1-H

Hurler-Syndrom

Die Mukopolysaccharidose Typ 1-H (MPS 1H), auch als Hurler-Syndrom bekannt, ist eine seltene lysosomale Speicherkrankheit, die durch charakteristische Skelettdeformitäten und verzögerte motorische und intellektuelle Entwicklung gekennzeichnet ist.


Symptome

MPS 1H ist eine Multisystemerkrankung der frühen Kindheit [3]. Die wichtigste Manifestation ist Entwicklungsverzögerung, die bis zum Ende des ersten Lebensjahres deutlich wird, gefolgt von zunehmendem kognitiven und sensorischen Abbau. Die systemischen Manifestationen sind wie folgt:

  • Gesichtsdysmorphien: Es kommt zu Vergröberung der Gesichtszüge, die in der Regel mit 3 bis 6 Monaten sichtbar werden. Ein großer Mund mit verbreiterten Lippen, großer Kopf, Balkonstirn und flacher Nasenrücken fallen auf.
  • Augen: Diffuse Hornhautveränderungen führen in den ersten Lebensjahren zur Hornhauttrübung. Degeneration der Netzhaut ist ebenfalls häufig.
  • Beteiligung innerer Organe: Es tritt progressive Hepatosplenomegalie auf, aber eine organische Funktionsstörung ist nicht vorhanden. Leistenhernien und Nabelhernien können auch auftreten, entweder bei der Geburt oder sie entwickeln sich später.
  • Skelettanomalien: Zu den Skelettanomalien gehören Verbreiterung der Rippen und andere Knochenfehlbildungen. Sie werden im Alter von 10 bis 14 Monaten klinisch evident. Bei Patienten mit schwerer Erkrankung kann thorako-lumbale Kyphose ebenfalls vorhanden sein. Es kann auch eine Deformierung des Beckens, Femur und Klavikula auftreten. Patienten mit MPS 1H sind in der Regel kleinwüchsig [4].
  • Kardiovaskuläre Anomalien: Kardiomyopathie mit Klappenstörungen und häufige Infektionen der oberen und unteren Atemwege treten auf. Vergrößerte Tonsillen und Adenoide verursachen Atemwegsobstruktion. Darüber hinaus besteht häufig eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit.
Kleinwuchs
  • Die Folgen sind unter anderem Symptome wie Kleinwuchs, Fehlbildungen in den Bändern und Sehnen der Gelenke, häufig auftretende Atemwegsinfektionen, eine Fehlstellung der Hüfte, zunehmender Hörverlust, eine Trübung der Hornhaut sowie eine vergrößerte Zunge[vita34.at]
  • Disord distalen drom Epidemiologie epiphysäre Dysplasie Erbgang erhöht Erkrankung evtl Extremitäten Femur Form Frakturen Gehfähigkeit Gelenke generalisierte Gliedmaßen Hand häufig hereditäre HMSN Hum Genet Hyperlordose Jahren Kardiomyopathie Kinder Kleinwuchs[books.google.de]
  • Eigenschaften Die Bedingung wird durch fortschreitende Verschlechterung, Hepatosplenomegalie, Kleinwuchs und einzigartigen Gesichtsmerkmale gekennzeichnet.[mussenstellen.com]
  • Typisch ist ein Kleinwuchs mit kurzem Hals und typischer Gesichtsform, sowie eine Hornhauttrübung und X-Beine, es besteht keine Intelligenzminderung und keine Vergrößerung von Milz oder Leber.[tay-sachs.net]
Nabelhernie
  • Nabelhernie, Hornhauttrübungen, geistige Retardierung, Schwerhörigkeit. Diagn.: Röntgenologische Zeichen sind eine tiefe, verlängerte Sella u. deformierte Röhrenknochen, Zuckerhutphalangen; Blutbefund: Alder-Reilly -Granulationsanomalie.[gesundheit.de]
  • Leistenhernien und Nabelhernien können auch auftreten, entweder bei der Geburt oder sie entwickeln sich später. Skelettanomalien: Zu den Skelettanomalien gehören Verbreiterung der Rippen und andere Knochenfehlbildungen.[symptoma.de]
  • Häufige Nebenwirkungen waren: Pharyngitis, Gastroenteritis; Areflexie; Konjunktivitis, Hornhauttrübung; Hypertonie; Apnoe, verstopfte Nase; Nabelhernie; Gesichtsödem; Schmerzen in der Brust, Rigor, Unwohlsein.[deutsche-apotheker-zeitung.de]
Hirsutismus
  • Klinische Merkmale sind Dysmorphien, Intelligenzminderung, Skelettfehlbildungen, Hornhauttrübung, Minderwuchs, Organomegalie, Hernien und Hirsutismus.[symptoma.de]
  • […] des Herzmuskels) Klappenanomalien neuro-sensorischer Hörverlust vergrößerte Mandeln und Adenoide (Wucherungen, Polypen) Mögliche andere Symptome sind Vergrößerung innerer Organe, Hernien (Eingeweidebruch mit sackartiger Ausstülpung des Bauchfells) und Hirsutismus[tay-sachs.net]
Hörverlust
  • Die Folgen sind unter anderem Symptome wie Kleinwuchs, Fehlbildungen in den Bändern und Sehnen der Gelenke, häufig auftretende Atemwegsinfektionen, eine Fehlstellung der Hüfte, zunehmender Hörverlust, eine Trübung der Hornhaut sowie eine vergrößerte Zunge[vita34.at]
  • Sprache kann durch Hörverlust und eine vergrößerte Zunge begrenzt werden. Im Laufe der Zeit die klare Schichten der Hornhaut getrübt und Netzhaut kann beginnen zu degenerieren.[mussenstellen.com]
  • Sehschärfe (Visus) eine Keratoplastik (Operation der Hornhaut) Patienten mit Hurler-Scheie-Syndrom haben eine normale oder fast normale Intelligenz Organische Merkmale: Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels) Klappenanomalien neuro-sensorischer Hörverlust[tay-sachs.net]
Gelenkdeformität
  • Bei Patienten mit Hand-, Fuß- und Gelenkdeformitäten ist chirurgische Behandlung hilfreich bei der Korrektur der Anomalie. Hornhauttrübung wird durch Hornhauttransplantation behandelt.[symptoma.de]
Makroglossie
  • Herzinsuffizienz 4.3 Phänotyp Der für die Mukopolysaccharidose Typ I typische "Gargoylismus", wie er von den Namensgebern Pfaundler und Hurler ursprünglich beschrieben wurde, äußert sich in teigig verdickter Haut, vergröberten Gesichtszügen, wulstigen Lippen, Makroglossie[flexikon.doccheck.com]

Diagnostik

MPS 1H ist eine genetische Erkrankung, die entweder in der pränatalen Phase oder nach der Geburt des Kindes diagnostiziert werden kann. Eine Reihe von Labortests und radiologischen Untersuchungen sind hilfreich, um die Diagnose der Krankheit zu bestätigen.

  • Laboruntersuchungen: Untersuchung von Lymphozyten im Blutausstrich für abnorme zytoplasmatische Einschlüsse sowie Enzymspiegel von Alpha-L-Iduronidase in kultivierten Fibroblasten und Leukozyten sollte durchgeführt werden. Nachweis einer vermehrten Ausscheidung von Dermatinsulfat und Heparinsulfat im Urin ist ebenfalls notwendig.
  • Pränatale Diagnostik: Eine vorgeburtliche Diagnostik ist durch Messung der Enzymspiegel möglich.
  • Bildgebung: Röntgenaufnahmen des Skelettes zeigen Deformitäten der unteren Wirbelsäule und charakteristische Dysostose der Knochen. Echokardiographie ist für die Untersuchung von Herzklappenanomalien wichtig.

Therapie

Die Behandlung von MPS 1H beinhaltet palliative und kurative Elemente [5]. Eine Enzymersatztherapie ist hilfreich bei der Verbesserung der Lungenfunktion [6] [7]. Die Gehfähigkeit der Person wird dadurch ebenfalls verbessert. Darüber hinaus reduziert sie die Akkumulation von Metaboliten in Organen [8]. Bei Patienten mit Hand-, Fuß- und Gelenkdeformitäten ist chirurgische Behandlung hilfreich bei der Korrektur der Anomalie [9]. Hornhauttrübung wird durch Hornhauttransplantation behandelt. Einige Studien haben verringerte Hornhauttrübung und verbesserte Sehkraft auch durch Enzymersatztherapie gezeigt [10].

Prognose

Kinder mit MPS 1H haben eine schlechte Prognose. Meistens entwickeln sie Skelettdeformitäten, sowie Anomalien des Nervensystems. Die Patienten sterben häufig in frühem Alter.

Ätiologie

Es gibt keine spezifischen ätiologischen Faktoren für MPS 1H. Es wird als eine der lysosomalen Speicherkrankheiten eingestuft und ist genetischen Ursprungs. Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt, was bedeutet, dass die betroffene Person zwei schadhafte Kopien des IDUA-Gen erhält. Dieses Gen ist für die Synthese des Enzyms Alpha-L-Iduronidase [1] verantwortlich.

Epidemiologie

MPS 1H ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die beide Geschlechter gleichermaßen betrifft. Die jährliche Inzidenz dieses Syndroms in den USA ist 1 Fall pro 100.000. Die Prävalenz der Krankheit in Großbritannien wurde auf etwa 1,07 Fälle pro 100 000 Geburten in den Jahren 1981 bis 2003 geschätzt [2].

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

MPS 1H ist eine Stoffwechselstörung, bei der eine anormale Akkumulation von Metaboliten von Glykosaminoglykanen in verschiedenen Zellen des Körpers durch Fehlen von einem bestimmten lysosomalen Enzym Alpha-L-Iduronidase, das zum Abbau von Glykosaminoglykanen erforderlich ist, auftritt. Dermatinsulfat und Heparinsulfat lagern sich ab, was zu Organdysfunktion führt. Genetische Mutationen im IDUA-Gen auf Chromosom 4 4p16.3 verursachen die Abwesenheit des Enzyms und führen so zu der Entwicklung des Hurler-Syndroms.

Glykosaminoglykane sind wesentliche Komponenten der extrazellulären Matrix, des Bindegewebes und Gelenkflüssigkeit. Der Abbau dieser Makromoleküle geschieht durch das lysosomale Enzym Alpha-L-Iduronidase. Dieser Abbauprozess ist für das normale Gewebewachstum und Gewebehomöostase wichtig. Wenn es zur Akkumulation dieser Verbindungen innerhalb der Zellen kommt, verursacht dies Zell-, Gewebe- und Organdysfunktion. Darüber hinaus besteht eine erhöhte Ausscheidung von Heparinsulfat und Dermatinsulfat.

Prävention

MPS 1H ist eine genetische Erkrankung. Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen.

Zusammenfassung

MPS 1H ist eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung, die durch einen vollständigen Aktivitätsverlust der Alpha-L-Iduronidase charakterisiert ist. Sie manifestiert sich gegen Ende des 1. Lebensjahres.

Das Hurler-Syndrom ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung mit einer Prävalenz von etwa 1:175.000. Der Tod tritt meist im Alter von 10 Jahren durch Organschäden auf. Klinische Merkmale sind Dysmorphien, Intelligenzminderung, Skelettfehlbildungen, Hornhauttrübung, Minderwuchs, Organomegalie, Hernien und Hirsutismus.

Patientenhinweise

MPS 1H ist eine genetische Erkrankung, die durch das Fehlen eines Enzyms namens Alpha-L-Iduronidase entsteht, was zu Anreicherung bestimmter Substanzen im Körper führt. Die Krankheit wird von den Eltern an ihre Nachkommen übertragen. Das Syndrom manifestiert sich als Anomalien in den verschiedenen Systemen des Körpers wie Skelettsystem mit Gelenk- und Knochenmissbildungen sowie Herzprobleme. Es gibt keine spezifische Behandlung der Krankheit und die betroffenen Kinder haben normalerweise eine schlechte Prognose.

Quellen

Artikel

  1. Muller KB, Pereira VG, Martins AM, D'Almeida V. Evaluation of alpha-iduronidase in dried blood spots is an accurate tool for mucopolysaccharidosis I diagnosis. Journal of clinical laboratory analysis. 2011;25(4):251-254.
  2. Moore D, Connock MJ, Wraith E, Lavery C. The prevalence of and survival in Mucopolysaccharidosis I: Hurler, Hurler-Scheie and Scheie syndromes in the UK. Orphanet journal of rare diseases. 2008;3:24.
  3. D'Aco K, Underhill L, Rangachari L, et al. Diagnosis and treatment trends in mucopolysaccharidosis I: findings from the MPS I Registry. European journal of pediatrics. Jun 2012;171(6):911-919.
  4. Pastores GM. Musculoskeletal complications encountered in the lysosomal storage disorders. Best practice & research. Clinical rheumatology. Oct 2008;22(5):937-947.
  5. Muenzer J, Wraith JE, Clarke LA, International Consensus Panel on M, Treatment of Mucopolysaccharidosis I. Mucopolysaccharidosis I: management and treatment guidelines. Pediatrics. Jan 2009;123(1):19-29.
  6. Pastores GM. Laronidase (Aldurazyme): enzyme replacement therapy for mucopolysaccharidosis type I. Expert opinion on biological therapy. Jul 2008;8(7):1003-1009.
  7. Clarke LA, Wraith JE, Beck M, et al. Long-term efficacy and safety of laronidase in the treatment of mucopolysaccharidosis I. Pediatrics. Jan 2009;123(1):229-240.
  8. Giugliani R, Rojas VM, Martins AM, et al. A dose-optimization trial of laronidase (Aldurazyme) in patients with mucopolysaccharidosis I. Molecular genetics and metabolism. Jan 2009;96(1):13-19.
  9. Arn P, Wraith JE, Underhill L. Characterization of surgical procedures in patients with mucopolysaccharidosis type I: findings from the MPS I Registry. The Journal of pediatrics. Jun 2009;154(6):859-864 e853.
  10. Caceres-Marzal C, Garcia-Reymundo M, Solana J, de Arevalo B, Vaquerizo J, Galan E. Decreased corneal opacity and improved vision in a patient with mucopolysaccharidosis I (Hurler-Scheie) treated with enzyme replacement therapy (laronidase, Aldurazyme). American journal of medical genetics. Part A. Jul 1 2008;146A(13):1768-1770.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:36