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Milzinfarkt

Infarzierung der Milz

Ein Milzinfarkt ist charakterisiert durch eine Ischämie der Milz infolge einer Durchblutungsstörung und kann als klinische Erscheinung mit einer Vielzahl hämatologischer, thrombotischer, infektiöser und neoplastischer Erkrankungen vergesellschaftet sein. Schmerzen im linken oberen Quadranten des Abdomens sind das Hauptsymptom, allerdings kann die klinische Manifestierung im Anfangsstadium verzögert sein oder sogar gänzlich fehlen. Bei der Diagnoseerstellung spielen eine genaue klinische Untersuchung gemeinsam mit bildgebenden Verfahren wie Ultrasonographie und Computertomographie eine entscheidende Rolle.


Symptome

Ein Milzinfarkt entsteht durch eine Störung der arteriellen Blutversorgung, was zur Nekrose und Ischämie des Milzparenchyms führt. Viele Primärerkrankungen können zu Milzinfarkten führen [1]. Infektionskrankheiten (Malaria, Brucellose, bakterielle Endokarditis, infektiöse Mononukleose, Sepsis), hämatologische Erkrankungen (Sichelzellenkrankheit, Thrombophilie und vor allem Thromboembolien), Malignome und eine Reihe anderer Krankheitsbilder (Antiphospholipid-Syndrom, Pankreaserkrankungen sowie intrinsische vaskuläre Fehlbildungen der Milz) werden sehr häufig als Ursachen eines Milzinfarkts angeführt [1] [2] [3] [4] [5]. Das Kardinalsymptom eines Milzinfarkts sind Abdominalschmerzen, die typischerweise im linken oberen Quadranten lokalisiert sind [1] [4] [6] [7]. Durch eine sekundäre Zwerchfellirritation kann dieser Schmerz in die linke Schulter (Kehr-Zeichen) und in die Körperseite ausstrahlen. Auch diffuser Abdominalschmerz und Thoraxschmerz wie bei einer Pleuritis wurden bei einem Milzinfarkt dokumentiert [1] [3] [6] [7]. Übelkeit, Emesis, Fieber und Schüttelfrost werden häufig als Begleitbeschwerden genannt [1] [3] [6] [7]. Konstitutionelle Symptome wie Erschöpfung und Malaise können hinzukommen; ein schlechter Allgemeinzustand kann bei einem Milzinfarkt durch eine starke subkapsuläre Blutung zu einem unter Umständen lebensbedrohlichen Schockzustand führen [1] [5]. In vielen Fällen ist ein Milzinfarkt im Anfangsstadium asymptomatisch, speziell wenn dieser sekundär durch eine hämatologische Erkrankung manifestiert [3] [7].

Fieber
  • Zusätzlich kann es zu periembolischen Symptomen, wie Fieber und Schüttelfrost, kommen [516]. Diese Symptome sind selbstlimitierend und bilden sich nach ca. 7 Tagen zurück. Es besteht in der Regel keine Therapieindikation.[eref.thieme.de]
  • Wandermilz ) iatrogen septische Embolie Leukämie 3 Symptome Ein Milzinfarkt führt in den meisten Fällen zum akuten Abdomen mit folgenden Symptomen: starker, linksseitiger Oberbauchschmerz ggf. mit Ausstrahlung in die linke Schulter Fieber Autosplenektomie[flexikon.doccheck.com]
  • Übelkeit, Emesis, Fieber und Schüttelfrost werden häufig als Begleitbeschwerden genannt.[symptoma.de]
  • […] übertragen werden A65-A69 Sonstige Spirochätenkrankheiten A70-A74 Sonstige Krankheiten durch Chlamydien A75-A79 Rickettsiosen A80-A89 Virusinfektionen des Zentralnervensystems A92-A99 Durch Arthropoden übertragene Viruskrankheiten und virale hämorrhagische Fieber[dimdi.de]
Akutes Abdomen
  • Borut Marincek: Akutes Abdomen: Bildgebung heute. In: Deutsches Ärzteblatt. 2002; 99, S. A 3010–3017 [Heft 45] online[de.wikipedia.org]
  • Wandermilz ) iatrogen septische Embolie Leukämie 3 Symptome Ein Milzinfarkt führt in den meisten Fällen zum akuten Abdomen mit folgenden Symptomen: starker, linksseitiger Oberbauchschmerz ggf. mit Ausstrahlung in die linke Schulter Fieber Autosplenektomie[flexikon.doccheck.com]
  • MEDLINE Akutes Abdomen: Bildgebung heute Alle Leserbriefe zum Thema[aerzteblatt.de]
Schmerz im linken oberen Quadranten
  • Schmerzen im linken oberen Quadranten des Abdomens sind das Hauptsymptom, allerdings kann die klinische Manifestierung im Anfangsstadium verzögert sein oder sogar gänzlich fehlen.[symptoma.de]
Bauchschmerz
  • […] diffuse Bauchschmerzen oder[eref.thieme.de]
  • Typische Leitsymptome sind akut auftretende heftige Bauchschmerzen, Abwehrspannung, Veränderungen der Darmperistaltik mit Störung der Darmentleerung, eventuell Fieber und Zeichen einer inneren Blutung.[aerzteblatt.de]
Unterbauchschmerzen
  • Akute abdominelle Erscheinungen Abdominalschmerzen (s. auch Oberbauchschmerzen; s. auch Unterbauchschmerzen) von der Milz ausgehende werden beim Milzinfarkt beobachtet, wie er u. a. bei der Endokarditis oder bei Vorhofflimmern als Manifestation des Morbus[eref.thieme.de]
  • Rechtsseitige Unterbauchschmerzen Die akute Appendizitis ist nicht nur die häufigste Ursache von akuten rechtsseitigen Unterbauchschmerzen, sondern auch eines akuten Abdomens.[aerzteblatt.de]
Splenomegalie
  • Bei ausgeprägter Klinik kann eine Splenomegalie erwogen werden.[eref.thieme.de]
Schmerz in der linken Schulter
  • Durch eine sekundäre Zwerchfellirritation kann dieser Schmerz in die linke Schulter (Kehr-Zeichen) und in die Körperseite ausstrahlen.[symptoma.de]

Diagnostik

Die Diagnose eines Milzinfarkts kann auf Basis von Erkenntnissen durch eine klinische Untersuchung unterstützt durch bildgebende Verfahren formuliert werden. Zuerst sollte im Rahmen des Patientengesprächs auf die Entwicklung und die Dauer der Symptome eingegangen werden. Abdominalschmerzen dauern bei der Erstvorstellung typischerweise schon eine Woche an [1]. Danach müssen in der Patientengeschichte allfällig bestehende Diagnosen von Tumoren, prothrombotischen oder hämatologischen Erkrankungen analysiert werden, da diese den Patienten einem erhöhten Risiko eines sekundären Milzinfarkts aussetzen. Die genaue Durchführung der klinischen Untersuchung ist mindestens genauso wichtig, da hier eine abdominale Druckempfindlichkeit (speziell im linken oberen Quadranten), Schmerzbeschwerden in der Schulter (Kehr-Zeichen) und möglicherweise auch Splenomegalie nachgewiesen werden können [1] [3]. Für die Erstellung einer Verdachtsdiagnose sind allerdings Bildbefunde essentiell. Hier ist eine ultrasonographische Untersuchung ein naheliegender erster Schritt [3], da hier keilförmige hypoechogene Läsionen der Milz einen akuten Milzinfarkt nahelegen [8]. Da eine Ultrasonographie allein zu ungenau für eine verlässliche Diagnose ist (18%-63% Diagnosegenauigkeit bei isolierten Fallstudien) [3] [6], müssen mit Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) genauere Verfahren zur Kontrolle und zur Beschaffung robusterer Milzbefunde angeordnet werden [1] [2]. Bei beiden Untersuchungen sollten Kontrastmittel zum Einsatz kommen (Iod beim CT, Gadolinium beim MRT). Sowohl CT als auch MRT können die oben beschriebenen keilförmigen Läsionen in der Milzperipherie in Form eines hypoechogenen CT-Signals bzw. einer abnormalen MRT-Signalintensität nachweisen [1] [2] [8]. Wenn die Milz komplett von einer Ischämie betroffen ist, beobachtet man eine diffuse Hypodensität [8].

Therapie

  • Für den vollständigen Infarkt ist die Splenektomie (Entfernung der Milz) die einzig mögliche Therapie. Borut Marincek: Akutes Abdomen: Bildgebung heute. In: Deutsches Ärzteblatt. 2002; 99, S. A 3010–3017 [Heft 45] online[de.wikipedia.org]

Quellen

Artikel

  1. Ozakin E, Cetinkaya O, Balogu K, Acar N, Cevik AA. A Rare Cause of Acute Abdominal Pain: Splenic Infarct (Case Series). Turk J Emerg Med. 2015;15(2):96-99.
  2. Rabushka LS, Kawashima A, Fishman EK. Imaging of the spleen: CT with supplemental MR examination. Radiographics. 1994;14(2):307-332.
  3. Lawrence YR, Pokroy R, Berlowitz D, Aharoni D, Hain D, Breuer GS. Splenic infarction: an update on William Osler's observations. Isr Med Assoc J. 2010;12(6):362-365.
  4. Ami S, Meital A, Ella K, Abraham K. Acute Splenic Infarction at an Academic General Hospital Over 10 Years: Presentation, Etiology, and Outcome. Mazen ES, ed. Medicine (Baltimore). 2015;94(36):e1363.
  5. Hwang J-H, Lee C-S. Malaria-Induced Splenic Infarction. Am J Trop Med Hyg. 2014;91(6):1094-1100.
  6. Antopolsky M, Hiller N, Salameh S, Goldshtein B, Stalnikowicz R. Splenic infarction: 10 years of experience. Am J Emerg Med. 2009;27(3):262–265.
  7. Nores M, Phillips EH, Morgenstern L, Hiatt JR. The clinical spectrum of splenic infarction. Am Surg. 1998;64(2):182-188.
  8. Vancauwenberghe T, Snoeckx A, Vanbeckevoort D, Dymarkowski S, Vanhoenacker FM. Imaging of the spleen: what the clinician needs to know. Singapore Med J. 2015;56(3):133-144.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:49