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Kephalhämatom

Der Terminus Kephalhämatom (KH) beschreibt einen Bluterguss zwischen dem Periost des Schädels und der Schädelkalotte. Es resultiert aus Blutungen aus den Gefäßen, die das Periost versorgen, und die wiederum sind in der Regel das Ergebnis eines perinatalen Schädeltraumas.


Symptome

Schädeltraumata, die ein KH provozieren können, treten im Rahmen des Geburtsvorganges recht häufig auf [1]. Daher wird das KH in erster Linie bei Neugeborenen diagnostiziert. Eine Prädilektion besteht bei Frühgeburten, aber auch bei Neonaten, die ein sehr hohes Geburtsgewicht aufweisen. In einer detaillierten Anamnese zum Geburtsvorgang lassen sich zumeist Hinweise auf ein zephalo-pelvines Missverhältnis finden, oft auch auf eine Dystokie, lange Wehentätigkeit, die Verwendung einer Zange oder die Realisierung einer Vakuumextraktion.

Betroffene Kinder zeigen innerhalb von Stunden nach dem ursächlichen Trauma eine sicht- und palpierbare, nicht pulsierende, kraniale Schwellung. Die Verzögerung erklärt sich dadurch, dass die Einblutung in den subperiostalen Raum nur langsam vonstattengeht. KH sind in der Regel selbstlimitierend. In schweren Fällen kann der Blutverlust und die sich anschließende Hämolyse zu Anämie, Hyperkaliämie, Hyperbilirubinämie und Ikterus führen [2].

Wenn ein KH über längere Zeit besteht, an Größe zunimmt oder im umgebenden Gewebe Anzeichen für eine Entzündung erkennbar werden, dann ist es möglicherweise zu einer Infektion des KH gekommen [3]. Die Neonaten haben dann meist auch Fieber und lassen sich nur schwer stillen. Keines dieser Symptome ist jedoch als Ausschlusskriterium für eine Infektion des KH zu betrachten.

Trismus
  • Opisthotonus Organe Pneumonie Rachitis reichlich Rezidive Runge Säug Säugling schnell schwere Sektion selten Sepsis septischen seröse soll spärlichen spasmophilen Diathese später spezifische stark Störungen Stunden Symptome Syphilis Tage Teil Tetanie Trismus[books.google.de]

Diagnostik

Ein KH wird nach visueller Inspektion und Palpation diagnostiziert [4]. Es handelt sich um eine nicht verschiebliche, derbe Schwellung über der Schädelkalotte des Neugeborenen. Die Kopfhaut ist allerdings nicht fest mit dem KH verbunden und kann frei darüber bewegt werden. Die höchste Inzidenz für KH besteht im Bereich des Os parietale und Os occipitale, aber auch um die Stirn ist es oft zu sehen.

Unglücklicherweise steht kein nicht-invasives Verfahren zur Verfügung, das eine zuverlässige Aussage zur Infektion eines KH erlauben würde. Da die Infektion eines KH Komplikationen nach sich ziehen kann, sind bei ersten Anzeichen auf ein infektiöses Geschehen Blutanalysen zu veranlassen. Bei bestehender Infektion ist eine Leukozytose zu erwarten, erhöhte Konzentrationen C-reaktiven Proteins und eine beschleunigte Blutsenkung. Die bildgebende Diagnostik ist wenig sensitiv bezüglich früher Veränderungen im infizierten Gewebe. Am ehesten lässt sich mit Hilfe der Magnetresonanztomographie noch eine Entzündung des Periosts darstellen; das Periost wird dann als kontrastverstärkte, pathologisch verdickte Schicht abgebildet [5]. Die Computertomographie zeigt erst dann Alterationen, wenn sich bereits eine Osteomyelitis entwickelt hat. Die Methode der Wahl zum Nachweis einer Infektion des KH ist daher seit Jahrzehnten unverändert die Aspiration mit anschließender bakteriologischen Untersuchung der gewonnen Probe [6]. Da jede invasive Manipulation des KH selbst ein Infektionsrisiko birgt, sind KH jedoch nicht routinemäßig zu aspirieren. Die Aspiration ist unbedingt unter aseptischen Bedingungen auszuführen.

Kann keine Infektion festgestellt werden, obwohl die Symptome fortwähren, ist an eine lineare Schädelfraktur zu denken. Diese lässt sich mit Hilfe der Computertomographie am besten diagnostizieren.

Therapie

  • Eine Therapie etwa durch Punktion ist nicht nur unnötig, da sich das Hämatom von alleine zurückbildet, sondern kann sogar zu vermehrten Komplikationen in Form von Infektion durch die Punktion oder Eisenmangel (da das Hämatom nicht mehr vom Körper resorbiert[de.wikipedia.org]
  • Eine Therapie ist nicht nötig, da sie die Erscheinungen von alleine zurückbilden. Bild[wochenbettbetreuung.ch]
  • […] und bildet sich innerhalb weniger Tage nach der Geburt ohne Therapie wieder zurück.[gynopedia.com]
  • Eine Therapie ist nicht nötig, da sich das Oedem rasch (oft innerhalb weniger Stunden nach der Geburt) von alleine zurückbildet.[hebammen.ch]
  • Hämophilie bei männlichen Neugeborenen). 4 Differentialdiagnosen Eine weitere Differentialdiagnose ist die Enzephalozele. 5 Therapie Das Kephalhämatom wird in der Regel binnen weniger Wochen resorbiert.[flexikon.doccheck.com]

Prognose

  • Kephalhämatom: Krankheitsverlauf und Prognose Die Prognose beim Kephalhämatom ist insgesamt sehr gut.[netdoktor.de]
  • Geburtstraumen haben i.d.R. eine gute Prognose und heilen je nach Krankheitsbild innerhalb von Tagen bis Monaten spontan aus.[amboss.miamed.de]
  • Prognose Der physiologische Neugeborenenikterus ist ungefährlich. Ist eine andere Krankheit Ursache für die Neugeborenengelbsucht, so richten sich die Heilungschancen nach der Beherrschbarkeit dieser Erkrankung.[kinderarzt.at]
  • Die Prognosen waren nach wie vor schlecht. Nur als kleines Beispiel: "Die klinische Handhabung dieser Patientin ist weiterhin sehr schwierig.....Über die schlechte Prognose sind die Eltern aufgeklärt usw.[koeln.netsurf.de]
  • Die Prognose kann durchaus gut sein, oft ist operative Drainage notwendig. Hyper-/Hypo- Die Vorsilbe Hyper- kennzeichnet ein „mehr“ oder „über“ eines bestimmten Stoffes, die Vorsilbe Hypo- ein „weniger“ oder „unter“.[intensivkinder-ulm.de]

Quellen

Artikel

  1. Papanagiotou P, Rohrer T, Roth C, Politi M, Zimmer A, Reith W. [Cranial birth trauma]. Radiologe. 2009; 49(10):913-917.
  2. Osaghae DO, Sule G, Benka-Coker J. Cephalhematoma causing severe anemia in the newborn: report of 2 cases. Ann Med Health Sci Res. 2011; 1(2):223-226.
  3. Chang HY, Chiu NC, Huang FY, Kao HA, Hsu CH, Hung HY. Infected cephalohematoma of newborns: experience in a medical center in Taiwan. Pediatr Int. 2005; 47(3):274-277.
  4. Rosegger H. [Routine examination of the term newborn infant]. Wien Med Wochenschr. 2002; 152(1-2):31-35.
  5. Chen MH, Yang JC, Huang JS, Chen MH. MRI features of an infected cephalhaematoma in a neonate. J Clin Neurosci. 2006; 13(8):849-852.
  6. Handrick W, Huckel D, Spencker FB, Kuhnert C. [Infected scalp hematoma]. Zentralbl Gynakol. 1983; 105(15):1011-1013.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:03