Edit concept Question Editor Create issue ticket

Infektiöse Myringitis

Der Terminus infektiöse Myringitis (IM) beschreibt eine Entzündung des Trommelfells, die auf eine Infektion mit bakteriellen, seltener mit viralen Pathogenen zurückzuführen ist. Oft wird die IM als ein Form der akuten Otitis media angesehen. Sie entwickelt sich zumeist im zeitlichen Zusammenhang mit einer Infektion der oberen Atemwege und betrifft in erster Linie pädiatrische Patienten. Die Therapie erfolgt durch die Gabe von Antibiotika und Analgetika.


Symptome

Patienten, die an einer IM leiden, suchen den Arzt in der Regel aufgrund folgender Beschwerden auf:

  • Sie haben das Gefühl, ihre Ohren seien "verstopft" oder "zu", was mit einem geringgradigen Hörverlust einhergeht.
  • Sie spüren Druck oder Völle im Ohr.
  • Sie leiden an Otalgie, Otorrhoe und/oder Pruritus.

Kleinkinder sind häufig nicht in der Lage, ihr Unwohlsein mit den oben genannten Symptomen zu rechtfertigen. Ihren Eltern berichten mitunter über Probleme beim Füttern und Schlafstörungen, Reizbarkeit und konstantes Weinen. Ein wichtiger Hinweis auf ein Ohrenleiden ist das häufige Greifen nach den Ohren.

Das präzise klinische Bild einschließlich der Art der Symptome und ihres Schweregrades können auf ein bestimmtes kausales Pathogen hinweisen [1]:

  • Streptococcus pneumoniae ist dafür bekannt, besonders schwere Entzündungen zu verursachen.
  • Moxarella catarrhalis zeigt dagegen nur eine geringe Virulenz und eine Infektion mit diesem Erreger führt selten zu Komplikationen.
  • Infektionen mit Haemophilus influenzae wiederum betreffen oft beide Ohren und die Augen, sodass die Patienten ein Konjunktivitis-Otitis-Syndrom entwickeln [2] [3].
  • Eine virale IM stellt sich zumeist nach einer entsprechenden Atemwegsinfektion ein und kann durch das respiratorische Synzytial-Virus, durch Influenza-A- und B-Viren sowie durch Adenoviren bedingt sein [4].
  • Pilze führen nur selten zur IM. Am empfänglichsten für derartige Infekte sind Personen mit einer Immundefizienz [5].

Diagnostik

Die Myringitis wird nach gründlicher otoskopischer Untersuchung klinisch diagnostiziert. Es ist oft notwendig, den äußeren Gehörgang von entzündlichem Sekret zu säubern, damit das Trommelfell eingesehen werden kann. Ein infiziertes Trommelfell ist im Allgemeinen weniger transparent als das gesunde Organ und zeigt zudem Kardinalsymptome einer Entzündung. Besonders deutlich ist die Rötung des Trommelfells zu sehen, die jedoch nicht pathognomonisch für die IM ist. In schweren Fällen ist eine Trommelfellperforation zu erkennen.

Der Aspekt des Trommelfells ermöglicht beschreibende Diagnosen wie bullöse Myringitis (flüssigkeitsgefüllte Blasen auf der Membran erkennbar und von erythematösen, opaken Gewebe umgeben), hämorrhagische Myringitis (intensive Rötung und möglicherweise Blutgerinnsel zu sehen), granuläre Myringitis (Granulationsgewebe vorhanden) [6] oder Kombinationen derselben [7]. Keine dieser Diagnosen liefert allerdings einen Beweis zur Pathogenese des Geschehens.

Um eine Myringitis als IM einordnen zu können, muss der Erreger isoliert und identifiziert werden, zum Beispiel in der Kultur oder mit Hilfe molekularbiologischer Verfahren. In der Praxis wird das kaum getan. Die Betroffenen werden in der Regel mit Analgetika und Antibiotika therapiert und weitere diagnostische Maßnahmen werden nur dann eingeleitet, wenn sich Komplikationen einstellen und/oder der Patient nicht auf die Behandlung anspricht.

Da die IM häufig gemeinsam mit einer akuten Otitis media auftritt, sind möglicherweise Verfahren wie die pneumatische Otoskopie, Tympanometrie oder akustische Reflektometrie angezeigt [8]. Das Hervorwölben des Trommelfells in den äußeren Gehörgang ist ein deutliches Zeichen für einen Mittelohrerguss durch akute Otitis media.

Therapie

  • Die Therapie erfolgt durch die Gabe von Antibiotika und Analgetika.[symptoma.com]
  • 7.1 Antibiotische Therapie Im Vordergrund steht die orale Gabe eines wirksamen Antibiotikums.[flexikon.doccheck.com]
  • Behandlung Die Therapie ist antibiotisch wie bei der Mittelohrentzündung. Bei starken Schmerzen können die Bläschen manuell aufgestochen werden, zusätzlich ist eine Therapie mit geeigneten Schmerzmitteln angebracht.[de.wikipedia.org]

Quellen

Artikel

  1. Palmu AA, Herva E, Savolainen H, Karma P, Makela PH, Kilpi TM. Association of clinical signs and symptoms with bacterial findings in acute otitis media. Clin Infect Dis. 2004; 38(2):234-242.
  2. Bingen E, Cohen R, Jourenkova N, Gehanno P. Epidemiologic study of conjunctivitis-otitis syndrome. Pediatr Infect Dis J. 2005; 24(8):731-732.
  3. Sugita G, Hotomi M, Sugita R, et al. Genetic characteristics of Haemophilus influenzae and Streptococcus pneumoniae isolated from children with conjunctivitis-otitis media syndrome. J Infect Chemother. 2014; 20(8):493-497.
  4. Heikkinen T. Role of viruses in the pathogenesis of acute otitis media. Pediatr Infect Dis J. 2000; 19(5 Suppl):S17-22; discussion S22-13.
  5. Ramsey AM. Diagnosis and treatment of the child with a draining ear. J Pediatr Health Care. 2002; 16(4):161-169.
  6. Levi JR, Ames JA, Gitman L, Morlet T, O'Reilly RC. Clinical characteristics of pediatric granular myringitis. Otolaryngol Head Neck Surg. 2013; 148(2):291-296.
  7. Elzir L, Saliba I. Bullous hemorrhagic myringitis. Otolaryngol Head Neck Surg. 2013; 148(2):347-348.
  8. Shand KD, Campe K. Innovative technologies in diagnosing acute otitis media. Jaapa. 2016; 29(1):37-41.

Frage stellen

5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.
Mit dem Abschicken der Frage stimmen Sie den AGB und der Datenschutzerklärung zu.
• Verwenden Sie einen aussagekräftigen Titel für Ihre Frage.
• Fragen Sie präzise und führen Sie Alter, Geschlecht, Symptome, Art und Dauer einer Behandlung an.
• Respektieren Sie Ihre Privatsphäre und jene Anderer und geben Sie niemals volle Namen oder Kontaktinformationen ein.
• Unpassende Fragen werden gelöscht.
• In dringenden Fällen suchen Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus auf oder wählen den Notruf!
Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:40