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Hydroxymethylglutaryl-CoA-Lyase-Mangel

Der Hydroxymethylglutaryl-CoA-Lyase-Mangel, der oft auch schlicht als HMG-CoA-Lyase-Mangel bezeichnet wird, geht mit Störungen in der Synthese von Ketonkörpern und dem Leucinmetabolismus einher. Betroffene entwicklen deshalb bereits im ersten Lebensjahr schwere, teils lebensbedrohliche Stoffwechselstörungen mit Hypoglykämie, metabolische Azidose ohne Ketose, und Hyperammonämie, was zu Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma führt. Die klinische Ähnlichkeit zum Reye-Syndrom ist bemerkenswert.


Symptome

Der Hydroxymethylglutaryl-CoA-Lyase-Mangel (HCALM) wird autosomal-rezessiv vererbt und ist in der klinischen Praxis nur selten zu sehen. In der Literatur finden sich jedoch vermehrt Hinweise auf eine erhöhte Prävalenz der Erkrankung in Saudi-Arabien und Portugal [1] [2] [3] [4].

Die Hydroxymethylglutaryl-CoA-Lyase wird zur Synthese von Ketonkörpern gebraucht, die besonders in Zeiten des Fastens als Energiequelle dienen, und zum Abbau der essenziellen Aminosäure Leucin [2] [5] [6] [7]. Deshalb entwickeln Säuglinge, die mit dem entsprechenden Enzymdefekt geboren werden, innerhalb des ersten Lebensjahres eine hypoketotische Hypoglykämie, metabolische Azidose und Hyperammonämie [2] [3] [7] [8]. Zu einer akuten Exazerbation kommt es meist, wenn der Energiebedarf der Patienten steigt - beispielsweise in Perioden des Fastens oder während einer Infektionskrankheit - oder bei Beginn einer proteinreichen Ernährung. Zu Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Hypotonie, Lethargie und Reizbarkeit kommen dann Atemnot und Bewusstseinstrübungen. In schweren Fällen fallen die Patienten ins Koma [2] [6]. Solche Krisen gehen mit einer Enzephalopathie einher, die permanente neurologische Defizite nach sich ziehen kann. Als Beispiele seien hier eine verzögerte Entwicklung und geistige Retardierung sowie Epilepsie genannt. Aber auch die dauerhafte Schädigung lebenswichtiger Organe ist möglich. Die HCALM-assoziierte Mortalität wurde in verschiedenen Studien auf bis zu 20% geschätzt [1] [5] [6] [7] [9]. Eine frühe Diagnosestellung ist daher unverzichtbar für eine gute Prognose, und das gilt auch für jene Patienten, die proteinarm ernährt werden und deshalb längere Zeit unauffällig bleiben [7].

Lethargie
  • Zu Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Hypotonie, Lethargie und Reizbarkeit kommen dann Atemnot und Bewusstseinstrübungen. In schweren Fällen fallen die Patienten ins Koma.[symptoma.com]
  • Fasten- oder Infektions-induziert) hypoketotische Hypoglykämie, metabolische Azidose, Hepatopathie, Lethargie und Koma. Neurologische Komplikationen (z.B. Epilepsie, mentale Retardierung) und Kardiomyopathie können auftreten.[medizin-zentrum-dortmund.de]
  • Die Anzeichen und Symptome von HMG-CoA-Lyase-Mangel sind Erbrechen, Dehydratation, Lethargie, Krampfanfälle und Koma.[haltenraum.com]
  • Pathologie [ Bearbeiten ] Klinik [ Bearbeiten ] Hepatomegalie Reye-Syndrom-artiges Bild Irritabilität, Lethargie, Koma, Erbrechen, Krampfanfälle Diagnostik [ Bearbeiten ] Labor: Erhöhte Ausscheidung organischer Säuren (3-Hydroxy-3-methylglutarat, 3-Methylglutarat[de.wikibooks.org]

Diagnostik

Zunächst ist es wichtig, detaillierte Informationen zum Krankheitsverlauf einzuholen. Die Eltern des jungen Patienten sind zum erstmaligen Auftreten und der Entwicklung typischer Symptome zu befragen und nach Möglichkeit sollte auch versucht werden, einen Zusammenhang zu Umstellungen in der Ernährung des Kindes herzustellen. Eine diesbezüglich wertvolle Information ist vor allem der tägliche Protein- und Fettverzehr. Darüber hinaus ist in Erfahrung zu bringen, ob ein erhöhter Energiebedarf oder -verbrauch mit erlebten metabolischen Krisen assoziiert werden kann: Dieser besteht beispielsweise bei Fasten, Fieber und Infektionserkrankungen, anderen Formen von Stress und körperlicher Belastung [6] [7].

Bei Verdacht auf Hypoglykämie und/oder Hyperammonämie sind unverzüglich die entsprechenden labordiagnostischen Untersuchungen einzuleiten. Darüber hinaus sind Blutbild und Blutchemie auszuwerten und eine Urinanalyse durchzuführen. Letztere ist entscheidend zur Diagnose der HCALM, da das Profil der organischen Säuren und Leucinmetabolite 3-Hydroxy-3-methylglutarsäure, 3-Methylglutaconsäure, 3-Hydroxyisovaleriansäure und 3-Methylcrotonylglycin eine Unterscheidung von anderen metabolischen Erkrankungen zulässt [1] [6] [10].

Eine endgültige Bestätigung kann geliefert werden, indem die Aktivität der Hydroxymethylglutaryl-CoA-Lyase bestimmt oder der zugrunde liegende Gendefekt nachgewiesen wird. Das HMGCL-Gen, in dem zahlreiche Mutationen beschrieben wurden, liegt auf Chromosom 1p36.11 [1] [6].

Therapie

  • Prävalenz Probenentnahme Qualitätssicherung Reye-ähnlichen Syndrom Richtlinie Säure-Basen-Status Säuren im Urin schweren Screening Screeninglabor Screeninglabor Erhöhte Konzentration Somnolenz Stoffwechseldefekt Stoffwechselstörungen Supportive Symptomatik Therapie[books.google.de]
  • Bei einem verzögerten Ansprechen der Therapie, wie z.[wirkstoffprofile.de]
  • Hypoglycämie Hepatomegalie Hyperammonämie Differentialdiagnosen [ Bearbeiten ] Therapie [ Bearbeiten ] Komplikationen [ Bearbeiten ] Prognose [ Bearbeiten ] Geschichte [ Bearbeiten ] Literatur [ Bearbeiten ] Pié J, López-Viñas E, Puisac B, et al..[de.wikibooks.org]
  • Die Therapie besteht u.a. in kohlenhydratreicher Nahrung und im Akutfall Glucoseinfusionen. Ketogene Ernährung kann in diesem Fall nicht durchgeführt werden.[lchf-gesund.de]

Prognose

  • Eine frühe Diagnosestellung ist daher unverzichtbar für eine gute Prognose, und das gilt auch für jene Patienten, die proteinarm ernährt werden und deshalb längere Zeit unauffällig bleiben.[symptoma.com]
  • Hypoglycämie Hepatomegalie Hyperammonämie Differentialdiagnosen [ Bearbeiten ] Therapie [ Bearbeiten ] Komplikationen [ Bearbeiten ] Prognose [ Bearbeiten ] Geschichte [ Bearbeiten ] Literatur [ Bearbeiten ] Pié J, López-Viñas E, Puisac B, et al..[de.wikibooks.org]

Epidemiologie

  • Allgemeines [ Bearbeiten ] Epidemiologie [ Bearbeiten ] Sehr selten. Ätiologie [ Bearbeiten ] Ursächlich sind autosomal-rezessive Mutationen im Gen HMGCL (1p36.11), das für die HMG-CoA-Lyase (EC 4.1.3.4) kodiert.[de.wikibooks.org]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Al-Sayed M, Imtiaz F, Alsmadi OA, Rashed MS, Meyer BF. Mutations underlying 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl CoA Lyase deficiency in the Saudi population. BMC Med Genet. 2006;7:86.
  2. Cardoso ML, Rodrigues MR, Leão E, et al. The E37X is a common HMGCL mutation in Portuguese patients with 3-hydroxy-3-methylglutaric CoA lyase deficiency. Mol Genet Metab. 2004;82:334–338.
  3. Muroi J YT, Uematsu A, Shigematsu Y, et al. Molecular and clinical analysis of Japanese patients with 3-hydroxy-3-methylglutaryl CoA lyase (HL) deficiency. Hum Genet. 2000;107:320–326.
  4. Ozand PT DEB, Gascon GG. Neurometabolic diseases at a national referral center: five years experience at the King Faisal Specialist Hospital and Research Centre. J Child Neurol. 1992;7 Suppl: S4–11.
  5. Leung AAC, Chan AK, Ezekowitz JA, Leung AKC. A Case of Dilated Cardiomyopathy Associated with 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzyme A (HMG CoA) Lyase Deficiency. Case Rep Med. 2009;2009:183125.
  6. Muñoz-Bonet JI, Ortega-Sánchez M del C, León Guijarro JL. Management and long-term evolution of a patient with 3-hydroxy-3-methylglutaryl-coenzyme A lyase deficiency. Ital J Pediatr. 2017;43:12.
  7. Wysocki SJ HR. 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-coenzyme a lyase deficiency: a review. J Inherit Metab Dis. 1986;9:225–233.
  8. Ashmarina LI PAV., Branda SS, Isaya G, Mitchell GA. 3-Hydroxy-3-methylglutaryl coenzyme A lyase: targeting and processing in peroxisomes and mitochondria. J Lipid Res. 1999;40:70–75.
  9. Santarelli F, Cassanello M, Enea A, et al. A neonatal case of 3-hydroxy-3-methylglutaric-coenzyme A lyase deficiency. Ital J Pediatr. 2013;39:33.
  10. Gibson KM, Breuer J, Nyhan WL. 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-coenzyme A lyase deficiency: review of 18 reported patients. Eur J Pediatr. 1988;148(3):180-186.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:33