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Hepatozelluläres Karzinom

Primärer bösartiger epithelialer Leberzelltumor (primäres Leberzellkarzinom; hepatozelluläres Karzinom) Stadium 1

Das hepatozelluläre Karzinom (HZK) ist eine von den Hepatozyten ausgehende maligne Neoplasie und gleichzeitig der bösartige Lebertumor mit der höchsten Inzidenz. Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und Hepatitis C, alkoholische und nicht-alkoholische Steatohepatitis, sowie der Verzehr von Nahrungsmitteln, die mit Aflatoxinen belastet sind, prädisponieren für Leberzirrhose und HZK. Wenn eine Resektion nicht möglich ist, wird meist eine Lebertransplantation erforderlich. Die mittlere Überlebensdauer beträgt weniger als ein Jahr.

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Symptome

Viele Patienten bleiben asymptomatisch, bis der Tumor eine beachtliche Größe erreicht hat. Wenn Symptome auftreten, so sind diese meist sehr unspezifisch. Betroffene klagen zum Beispiel über allgemeine Schwäche, eine verminderte Leistungsfähigkeit, Inappetenz und Gewichtsverlust [1]. Schmerzen im Oberbauch werden ebenso häufig beschrieben, und aufgrund der Umfangsvermehrung kann es zu gastrointestinalen Beschwerden kommen. In diesem Zusammenhang sei auf Übelkeit und Erbrechen, ein vorzeitiges Sättigungsgefühl und Völlegefühl im oberen Bauchbereich als mögliche Symptome hingewiesen [2]. Leberspezifische Symptome wie Pruritus, Ikterus, periphere Ödeme und Aszites treten erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Dann sind Betroffene mitunter schon kachektisch. Je nach Größe des HZK kann dieses in einer Allgemeinuntersuchung ertastet werden. Druckempfindlichkeit wurde wiederholt beschrieben.

Bauchschmerz
  • Bauchschmerzen (in ca. 80 %), Hepatomegalie (ca. 75 %), Gewichtsverlust (ca. 50 %), körperliche Schwäche (ca. 35 %), Aszites (ca. 50 %), Ikterus (ca. 20 %).[eref.thieme.de]
Pruritus
  • Mögliche Spätsymptome sind Druckschmerz im rechten Oberbauch, tastbarer Tumor, Gewichtsabnahme und Zeichen der dekompensierten Leberzirrhose (Ikterus, Pruritus, Aszites, Leberhautzeichen; s. Verdauungssystem).[eref.thieme.de]
  • Leberspezifische Symptome wie Pruritus, Ikterus, periphere Ödeme und Aszites treten erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Dann sind Betroffene mitunter schon kachektisch.[symptoma.de]
Raumforderung der Leber
  • Im Gegensatz dazu stehen sog. hypovaskularisierte fokale Raumforderungen der Leber, wie beispielsweise die Metastase bei kolorektalem Karzinom.[eref.thieme.de]

Diagnostik

Wie im vorherigen Absatz beschrieben, verursacht ein HZK meist über lange Zeit keinerlei Symptome. Umso wichtiger ist es, Patienten, die an chronischen Lebererkrankungen leiden, regelmäßig auf die Entwicklung eines HZK zu untersuchen. Halbjährliche Routineuntersuchungen auf HZK beinhalten dabei eine sonographische Darstellung der Leber und eine Messung der Serumkonzentration des Alpha-Fetoproteins [3]. Es wurde jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass die Bestimmung des Serumspiegels des Alpha-Fetoproteins eine wenig sensitive Methode ist, da nur stark erhöhte Werte diagnostisch relevant sind und diese bei weniger als 50% der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose vorliegen [3] [4]. Andere Experten bezeichnen diese Diagnostik gar als inadäquat [5].

Werden verdächtige Befunde erhoben, sind hochauflösende bildgebende Methoden wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie anzuwenden, um diese abzuklären. In CT-gestützten angiographischen Untersuchungen wie Leberarteriographie und Portographie, lässt sich in der Regel eine Hypervaskularisierung des Tumors zeigen. Zuverlässige Rückschlüsse auf Tumorgröße, -zahl und -lokalisation können gezogen werden, wenn die Läsion eine Minimalgröße nicht unterschreitet. Mit entsprechender Erfahrung sollte auch ein Staging auf Basis der Angiographie möglich sein, wenn der Knoten nicht zu klein ist [6]. Zudem sind Kenntnisse zur Blutversorgung des HZK unbedingte Voraussetzung für die Durchführung einer arteriellen Chemoembolisation [7].

Sollten bei der Routinediagnostik tumorverdächtige Läsionen mit einem Durchmesser von weniger als einem Zentimeter aufgefallen sein, sollte die Sonographie nach drei Monaten wiederholt werden, bevor die vorgenannten Techniken zum Einsatz kommen [8]. Es wird momentan untersucht, wie sich auch kleinste Lebertumoren bildlich charakterisieren lassen [9] [10]. Die Alternative zu bildlichen Darstellung und Goldstandard der HZK-Diagnose ist die histopathologische Untersuchung einer Biopsieprobe [11]. Praktisch ist es jedoch eine große Herausforderung, kleinste Lebertumore zu biopsieren.

Histopathologische Befunde, die auf ein HZK hinweisen, sind zytologische Atypien, mitotische Aktivität, mehr als drei Zellen breite Trabekel, starke Vaskularisierung, Invasion in vaskuläre Strukturen, Verlust von Retikulinfasern und Abwesenheit von Kupffer-Zellen [12]. Bei der histologischen Beurteilung des Gewebes müssen pathologische Veränderungen, die mit der Grunderkrankung einhergehen, ebenfalls berücksichtigt werden. Überraschenderweise entwickelt sich das HZK nicht unbedingt in fibrotischem Lebergewebe [12].

Epidemiologie

  • Jahresbericht der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie Zeitschriftenheft Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie; Becher, Heiko; Braun-van der Hoeven, Elke ( Universität Ulm , 2008 ) Die „Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) e.[vts.uni-ulm.de]
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Quellen

Artikel

  1. Sun VC, Sarna L. Symptom management in hepatocellular carcinoma. Clin J Oncol Nurs. 2008; 12(5):759-766.
  2. Marrero JA, Ahn J, Rajender Reddy K. ACG clinical guideline: the diagnosis and management of focal liver lesions. Am J Gastroenterol. 2014; 109(9):1328-1347; quiz 1348.
  3. Bialecki ES, Di Bisceglie AM. Diagnosis of hepatocellular carcinoma. HPB (Oxford). 2005; 7(1):26-34.
  4. Sherman M. Current status of alpha-fetoprotein testing. Gastroenterol Hepatol (N Y). 2011; 7(2):113-114.
  5. Fitzmorris P, Singal AK. Surveillance and Diagnosis of Hepatocellular Carcinoma. Gastroenterol Hepatol (N Y). 2015; 11(1):38-46.
  6. Kudo M. Multistep human hepatocarcinogenesis: correlation of imaging with pathology. J Gastroenterol. 2009; 44 Suppl 19:112-118.
  7. Takada K, Toyoda H, Tada T, et al. Accurate and rapid identification of feeding arteries with multidetector-row angiography-assisted computed tomography for transarterial chemoembolization for hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol. 2015; 50(12):1190-1196.
  8. Song DS, Bae SH. Changes of guidelines diagnosing hepatocellular carcinoma during the last ten-year period. Clin Mol Hepatol. 2012; 18(3):258-267.
  9. Hwang J, Kim SH, Lee MW, Lee JY. Small (≤ 2 cm) hepatocellular carcinoma in patients with chronic liver disease: comparison of gadoxetic acid-enhanced 3.0 T MRI and multiphasic 64-multirow detector CT. Br J Radiol. 2012 Jul;85(1015):e314-22.
  10. Yu MH, Kim JH, Yoon JH, et al. Small (</=1-cm) hepatocellular carcinoma: diagnostic performance and imaging features at gadoxetic acid-enhanced MR imaging. Radiology. 2014;271:748–760.
  11. Parisi G. Should a radiological diagnosis of hepatocellular carcinoma be routinely confirmed by a biopsy? Yes. Eur J Intern Med. 2012; 23(1):34-36.
  12. Schlageter M, Terracciano LM, D'Angelo S, Sorrentino P. Histopathology of hepatocellular carcinoma. World J Gastroenterol. 2014; 20(43):15955-15964.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:45