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Fraktur der Halswirbelsäule

Fraktur im Bereich des Halses

Eine Fraktur im Bereich des Halses ist in der Regel auf ein stumpfes Trauma, auf eine übermäßige Beugung, Streckung oder Rotation der Halswirbelsäule zurückzuführen. Da eine solche Fraktur häufig mit Verletzungen des Rückenmarks einhergeht, ist sie potenziell lebensbedrohlich. Der Schweregrad der Verletzung hängt von der Lokalisation und der Stabilität der Fraktur ab. Ähnliches gilt auch für die Therapie einer solchen Fraktur, wobei die Stabilisierung und Vermeidung von Rückenmarksläsionen oberste Priorität hat.


Symptome

Betroffene klagen zumeist über Schmerzen im hinteren Halsbereich, die entweder spontan auftreten oder durch Bewegung induziert werden. Das führt zu einem verminderten Bewegungsradius [1]. Positionsabhängig kann es zur Kompression der Spinalnerven kommen, die aus der Halswirbelsäule zum Plexus brachialis verlaufen und von dort hauptsächlich die Schultern und Arme versorgen, weshalb in diesen Körperregionen motorische und sensorische Anomalien auftreten. Dazu zählen Muskelspasmen, muskuläre Hypotonie und Paresen sowie ein Taubheitsgefühl und Parästhesien im Bereich von Nacken, Schultern und oberen Gliedmaßen.

Liegt eine Verletzung des Rückenmarks vor, bleiben neurologische Defizite nicht auf den Oberkörper und die Arme begrenzt, sondern erstrecken sich auch auf tiefer gelegene Strukturen einschließlich der Beine [2]. Auch das vegetative Nervensystem ist dann betroffen und es kann sich ein spinaler Schock einstellen [3]: Der Ausfall des Sympathikus bewirkt eine periphere Vasodilation, was zu einem starken Abfall des Blutdruckes führt, und gleichzeitig eine Bradykardie. Im Gegensatz zu anderen Formen des Schocks ist die Haut des Patienten dann nicht kühl und klamm, sondern rosig und warm. Die Kontrolle über die Sphinkteren geht verloren und Urin und Stuhl werden unwillkürlich abgesetzt. Reflexe sind distal der Rückenmarksläsion nur noch eingeschränkt oder nicht mehr auslösbar.

Eine Inspektion des Halsbereiches offenbart zunächst Hinweise auf das erlittene Trauma, beispielsweise Hämatome, Schnitt- und Schürfwunden. Das Gewebe über einer Fraktur kann geschwollen sein und ist meist stark schmerzempfindlich. Ein deutliches Anzeichen für eine Fraktur im Bereich des Halses sind sichtbare Verlagerungen und Asymmetrien der Halswirbel.

Diagnostik

Aufgrund des hohen Risikos auf eine irreversible Schädigung des Rückenmarks sind Patienten mit Verdacht auf eine Fraktur der Halswirbelsäule äußerst vorsichtig zu behandeln. Der Kopf-Hals-Bereich ist unbedingt zu stabilisieren, bevor weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Das gilt auch, wenn allein neurologische Defizite auf eine Fraktur im Bereich des Halses hinweisen, der Patient aber keine Schmerzen verspürt. Umgekehrt gelten solche Frakturen als unwahrscheinlich, wenn sich der Patient hinsetzen und gehen, alle Extremitäten bewegen und den Kopf zumindest um 45° in jede Richtung drehen kann.

Mittel der Wahl zur Diagnose von Frakturen der Halswirbelsäule ist die Computertomographie [4]. Ist eine computertomographische Untersuchung nicht realisierbar und steht auch die Magnetresonanztomographie [1] nicht zur Verfügung, müssen Röntgenaufnahmen mit unterschiedlichem Strahlengang angefertigt werden. Zu den klassischen Projektionen zählen hier der anteroposteriore, laterale und schräge Strahlengang sowie die Denszielaufnahme [5] und Schwimmeraufnahme. Aufnahmen, die eine Bewegung der Halswirbelsäule erfordern, sollten nicht angefertigt werden, bevor das anteroposteriore und laterale Bild ausgewertet und eine Verletzung des Rückenmarks weitgehend ausgeschlossen wurde. Grundsätzlich zeichnet sich die Computertomographie durch eine höhere Sensitivität bezüglich der Detektion von Frakturen der Halswirbelsäule aus, während sich die Magnetresonanztomographie besonders zur Beurteilung von Weichgeweben wie dem Rückenmark, den Zwischenwirbelscheiben und Bändern eignet.

Therapie

  • Ähnliches gilt auch für die Therapie einer solchen Fraktur, wobei die Stabilisierung und Vermeidung von Rückenmarksläsionen oberste Priorität hat.[symptoma.de]
  • Zusätzlich gehören Maßnahmen zur Rehabilitation zur Therapie eines Wirbelkörperbruches. Dies können unter anderem Krankengymnastik, Übungen für eine korrekte Körperhaltung oder Atemübungen sein.[schmerzhilfe.de]

Quellen

Artikel

  1. van Werde M, Ruetten S, Baraliakos X, Godolias G, Braun J. [Differential diagnosis of back pain in patients with ankylosing spondylitis: instable cervical spine fracture]. Dtsch Med Wochenschr. 2012; 137(36):1740-1742.
  2. Holland CM, Kebriaei MA, Wrubel DM. Posterior cervical spinal fusion in a 3-week-old infant with a severe subaxial distraction injury. J Neurosurg Pediatr. 2016; 17(3):353-356.
  3. Fox AD. Spinal shock. Assessment & treatment of spinal cord injuries & neurogenic shock. Jems. 2014; 39(11):64-67.
  4. Momaya A, Rozzelle C, Davis K, Estes R. Delayed presentation of a cervical spine fracture dislocation with posterior ligamentous disruption in a gymnast. Am J Orthop (Belle Mead NJ). 2014; 43(6):272-274.
  5. Guan J, Bisson EF. Treatment of Odontoid Fractures in the Aging Population. Neurosurg Clin N Am. 2017; 28(1):115-123.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:42