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Enzephalitis durch Arboviren

Arbovirus-Enzephalitis

Die Diagnose Enzephalitis durch Arboviren ist unspezifisch und bezieht sich auf eine Gehirnentzündung viraler Genese, wobei die Pathogene durch Arthropoden übertragen werden, nämlich durch Mücken, Fliegen oder Zecken. Der Terminus Arbovirus beruht auf dem englischen Ausdruck "arthropod-borne virus" und ist rein deskriptiv, nicht taxonomisch zu verstehen.


Symptome

Die Inokulation der Pathogene geschieht in der Peripherie. Die Viren replizieren sich und können mit dem Blutstrom zahlreiche Organe erreichen. Beim immunkompetenten Patienten kommt es bereits während dieser frühen Dissemination zur Serokonversion und zur Eliminierung der Krankheitserreger. Deshalb bleibt die Mehrzahl der Patienten, die sich mit einem Arbovirus infiziert, asymptomatisch oder entwickelt lediglich grippeähnliche Beschwerden. Die Besiedlung des zentralen Nervensystems mit folgender Gehirnentzündung geschieht hauptsächlich bei bereits bestehendem Immundefekt oder bei Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhalten. Weniger als 1% aller Infizierten entwickelt eine Enzephalitis durch Arboviren [1].

Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen kündigt sich die bevorstehende Erkrankung durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen an. Die Vermutung eines grippalen Infekts liegt oft nahe und scheint sich zu bestätigen, wenn die Intensität der Beschwerden nach kurzer Zeit wieder nachlässt. Bei erneuter Verschlechterung des Allgemeinbefindens setzen dann aber Übelkeit und Erbrechen sowie die für die Hirnhautentzündung typische Nackensteifigkeit ein [2]. Die Betroffenen zeigen dann meist auch neurologische Defizite, die deutlich die Involvierung des zentralen Nervensystems erkennen lassen: ein veränderter geistiger Zustand, Tremor, Zuckungen, Krampfanfälle, Gliedmaßenschwäche, Paralyse und Photophobie. Darüber hinaus mag auch das Bewusstsein getrübt sein, wobei sämtliche Grade von der Somnolenz bis hin zum Koma vorkommen können.

Für gewöhnlich währen die beschriebenen Symptome einige Wochen, in seltenen Fällen aber auch deutlich länger.

Kann sich nicht ausdrücken
  • Der Terminus Arbovirus beruht auf dem englischen Ausdruck "arthropod-borne virus" und ist rein deskriptiv, nicht taxonomisch zu verstehen. Die Inokulation der Pathogene geschieht in der Peripherie.[symptoma.de]
Tremor
  • Die Betroffenen zeigen dann meist auch neurologische Defizite, die deutlich die Involvierung des zentralen Nervensystems erkennen lassen: ein veränderter geistiger Zustand, Tremor, Zuckungen, Krampfanfälle, Gliedmaßenschwäche, Paralyse und Photophobie[symptoma.de]

Diagnostik

Das klinische Bild der Enzephalitis durch Arboviren ist unspezifisch. Es ist daher unbedingt erforderlich, anamnestische Angaben zu einer möglichen Exposition gegenüber Vektoren bei der Diagnosestellung zu berücksichtigen. Die Patienten sollten gezielt befragt werden, ob sie Aktivitäten an frischer Luft nachgehen und ob sie kürzlich in Endemiegebiete gereist sind. So lässt sich die Liste möglicher Differentialdiagnosen kürzen und folgende Maßnahmen können zielgerichtet eingesetzt werden, um das kausale Pathogen zu identifizieren:

  • Nachweis einer Serokonversion.
  • Analyse einer Liquorprobe auf die Präsenz von Immunglobulin M, das gegen bestimmte Arbovrien gerichtet ist. Diese Maßnahme gilt als Goldstandard zur Diagnose einer neuroinvasiven Infektion mit Arboviren [3].
  • Bestimmung der Ratio Antikörper im Liquor/Antikörper im Serum, wobei hohe Werte eine Beteiligung des zentralen Nervensystems am Krankheitsgeschehen anzeigen.
  • Nachweis spezifischer Antigene oder Nukleinsäuren, z.B. über eine Polymerase-Kettenreaktion unter Verwendung von Serum oder Zerebrospinalflüssigkeit als Ausgangsmaterial. Der direkte Nachweis einer Infektion ist besonders bei immundefizienten Patienten zu empfehlen [4] [5].
  • Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit zur Isolation und Anzucht der Viren, was aber sehr aufwendig ist und nicht routinemäßig durchgeführt wird.

Therapie

  • […] d Die Therapie bei chronischen Regulationsstörungen des Kreislaufs 472 F Die krankhafte Rechtsbelastung und das Rechtsversagen des Herzens 480 J Die Endokarditis 492 K Die Herzklappenfehler 496 Die Aortenstenose 502 Mißbildungen ohne CyanoSe 509 Das Altersherz[books.google.de]
  • Die Besiedlung des zentralen Nervensystems mit folgender Gehirnentzündung geschieht hauptsächlich bei bereits bestehendem Immundefekt oder bei Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhalten.[symptoma.de]
  • -Therapie mit Aciclovir begonnen werden. Verkompliziert wird das Krankheitsbild durch epileptische Anfälle und Hirndrucksteigerung. Auch mit optimaler Therapie besteht eine hohe Letalität von 10–20 %.[amboss.miamed.de]
  • Therapie Eine Impfung oder spezifische Therapie gibt es nicht, die Therapie erfolgt symptomatisch.[de.wikipedia.org]

Ätiologie

Pathogene der folgenden Familien können die nachstehend genannten Erkrankungen auslösen:

Andere Arboviren rufen primär eine systemische, febrile Erkrankung oder ein hämorrhagisches Fieber hervor, aber Betroffene können selten auch eine Enzephalitis entwickeln. Das trifft beispielsweise auf die Erreger der Erkrankungen Colorado-Zeckenfieber, Kyasanur-Wald-Fieber und Rift-Valley-Fieber zu [2].

Epidemiologie

  • Die ausgelösten Krankheiten werden als Arbovirosen bezeichnet. 2 Epidemiologie Arboviren sind vor allem in tropischen Gebieten verbreitet, weil dort besonders viele geeignete Vektoren vorkommen.[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Davis LE, Beckham JD, Tyler KL. North American encephalitic arboviruses. Neurol Clin. 2008; 26(3):727-757, ix.
  2. Salimi H, Cain MD, Klein RS. Encephalitic Arboviruses: Emergence, Clinical Presentation, and Neuropathogenesis. Neurotherapeutics. 2016; 13(3):514-534.
  3. Petersen LR, Marfin AA. West Nile virus: a primer for the clinician. Ann Intern Med. 2002; 137(3):173-179.
  4. Debiasi RL, Tyler KL. Molecular methods for diagnosis of viral encephalitis. Clin Microbiol Rev. 2004; 17(4):903-925, table of contents.
  5. Penn RG, Guarner J, Sejvar JJ, et al. Persistent neuroinvasive West Nile virus infection in an immunocompromised patient. Clin Infect Dis. 2006; 42(5):680-683.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:36