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Cinchonismus

Chininvergiftung Chinchonismus; Chininintoxikation

Cinchonismus ist eine unerwünschte Arzneimittelwirkung, die bei Applikation des Wirkstoffs Quinin eintreten kann. Quinin wird hauptsächlich zur Behandlung der Malaria eingesetzt, aber auch zur Therapie anderer protozoärer Erkrankungen und in der Vergangenheit zur Behandlung von Muskelkrämpfen. Der Cinchonismus zeigt sich in Form von Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Störungen des Seh- und Hörvermögens. Je nach Schweregrad besteht die Therapie in einer Dosisreduktion, im Absetzen des Medikaments oder in einer Dialyse.


Symptome

Quinin wird bis heute zur Behandlung der Malaria tropica durch Plasmodium falciparum und bei Resistenzen gegenüber Chloroquinin eingesetzt, sowie zur Therapie einer Infektion mit Babesia microti [1]. Zur Therapie von Wadenkrämpfen sind quininhaltige Präparate nicht mehr zugelassen.

Der Cinchonismus kann bereits nach der Applikation therapeutischer Dosen auftreten [2] [3], wenngleich das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen mit der insgesamt verabreichten Dosis ansteigt. Das heißt die Effekte einer längerfristigen Akkumulation im Körper, wie sie beispielsweise im Rahmen einer Malariabehandlung stattfinden kann, ähneln denen einer akuten Überdosierung [4]:

  • Wenn die Plasmakonzentration einen Schwellenwert übersteigt, beginnen die Patienten zu schwitzen, entwickeln Kopfschmerzen und Tinnitus [2]. Eine Beeinträchtigung des Hörvermögens zeigt sich zunächst in einer gestörten Wahrnehmung hoher Tonlagen [3]. Aufgrund einer generalisierten Vasodilation sinkt bereits jetzt der Blutdruck, während sich schwerwiegende kardiologische Symptome wie Tachykardie, Arrythmie und Kammerflimmern oder Erregungsleitungsstörungen und Asystolen erst bei noch höheren Konzentrationen einstellen [1] [5].
  • Gleichzeitig mit diesen kardiologischen Symptomen treten neurologische Störungen auf, z.B. Ataxie, Desorientierung, Verwirrung, Krampfanfälle und Bewusstseinstrübung. Während bei geringeren Dosen nur ein Teil der Betroffenen an Übelkeit leidet, kann dieses Symptom bei Applikation hoher Dosen das klinische Bild dominieren. Es kommt weiterhin zum profusen Erbrechen, das von abdominellen Schmerzen und Diarrhoe begleitet wird.
  • Ein Visusverlust stellt sich meist mit mehrstündiger Verzögerung ein [6] [7], aber binnen eines Tages nach Einsetzen erster Symptome des Cinchonismus können die Patienten erblinden.

Darüber hinaus sind weitere Nebenwirkungen einer Quinintherapie bekannt. Quinin kann zu Thrombozytopenie und Purpura führen, aber auch zur intravaskulären Hämolyse und Anämie [8]. Patienten mit einer Unverträglichkeit gegenüber Acetylsalicylsäure neigen nach Einnahme quininhaltiger Präparate zur Bildung eines Angioödems.

Kopfschmerz
  • Der Cinchonismus zeigt sich in Form von Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Störungen des Seh- und Hörvermögens. Je nach Schweregrad besteht die Therapie in einer Dosisreduktion, im Absetzen des Medikaments oder in einer Dialyse.[symptoma.com]
  • Anzeichen und Symptome Symptome einer leichten Cinchonismus umfassen gespült und verschwitzte Haut, Klingeln der Ohren, Sehstörungen, Schwerhörigkeit, Verwirrung, reversible Hochfrequenz-Hörverlust, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Hautausschläge, Arzneimittel-induzierter[haltenraum.com]
  • Die häufigsten Symptome, die von einer Antimalariamittel Dosierung auftreten oder längerer Exposition Chinin enthält wiederholten Kopfschmerzen und Übelkeit; Tinnitus, die ein Gefühl wie ein Klingeln im Ohr erzeugt; oder schwerer Hörbeeinträchtigung,[surgenkraft.com]
  • Wichtigste Nebenwirkungen der Antimalariamittel Riamet : Kopfschmerzen, G-I-Trakt, Schwindel, Schlafstörungen (Erfahrung noch beschränkt) Malarone : G-I-Trakt (v.a.[e-learning.studmed.unibe.ch]
Apraxie
  • Amnesie oder zu Tropenkrankheiten, und acht zusätzliche Kapitel, nämlich zu Antikörper-assoziierten Enzephalopathien, mitochondrialen Erkrankungen, atypischem Gesichtsschmerz, craniomandibulärer Dysfunktion, Hypophysentumoren, Tic/Tourette und ADS, Apraxie[books.google.de]
Tic
  • […] zur transienten globalen Amnesie oder zu Tropenkrankheiten, und acht zusätzliche Kapitel, nämlich zu Antikörper-assoziierten Enzephalopathien, mitochondrialen Erkrankungen, atypischem Gesichtsschmerz, craniomandibulärer Dysfunktion, Hypophysentumoren, Tic[books.google.de]
Amnesie
  • B. zur transienten globalen Amnesie oder zu Tropenkrankheiten, und acht zusätzliche Kapitel, nämlich zu Antikörper-assoziierten Enzephalopathien, mitochondrialen Erkrankungen, atypischem Gesichtsschmerz, craniomandibulärer Dysfunktion, Hypophysentumoren[books.google.de]
Diplopie
  • Kontraindikation: Psoriasis, 1.Trimenon der Schwangerschaft Nebenwirkung: Schläfrigkeit, Diplopie, Übelkeit (dosisabhängig). Interaktion: mit ART eher unwahrscheinlich.[yumpu.com]
Gesichtsschmerz
  • B. zur transienten globalen Amnesie oder zu Tropenkrankheiten, und acht zusätzliche Kapitel, nämlich zu Antikörper-assoziierten Enzephalopathien, mitochondrialen Erkrankungen, atypischem Gesichtsschmerz, craniomandibulärer Dysfunktion, Hypophysentumoren[books.google.de]

Diagnostik

Eine detaillierte Krankengeschichte einschließlich Informationen zur Therapie vorangegangener protozoärer Infektionskrankheiten und zur Behandlung von Muskelkrämpfen bildet die Basis der Diagnose. In Ländern, in denen quininhaltige Pharmaka nicht rezeptpflichtig sind oder waren, wurden Fälle bekannt, in denen Quinin zur Induktion von Aborten und zum Suizid eingesetzt wurde, sodass bei Verdacht auf akuten Cinchonismus auch hieran gedacht werden muss. Selbst geringe Dosen können unerwünschte Arzneimittelwirkungen hervorrufen und das gilt insbesondere für Patienten mit kardiovaskulärer oder renaler Vorerkrankung.

Die Behandlung des Cinchonismus erfolgt durch eine Dosisreduktion, besser noch durch Absetzen des Präparats, und symptomatisch. Um den Zustand des Patienten und um die Funktion vitaler Organe beurteilen zu können, sind Blutuntersuchungen anzustellen. Häufig werden eine Hypoglykämie, Hypokaliämie und metabolische Azidose festgestellt sowie erhöhte Serumkonzentrationen der hepatischen Transaminasen, des Harnstoffs und Kreatinins. Aufgrund der Kardiotoxizität des Wirkstoffs ist unbedingt auch der Blutdruck zu messen und ein Elektrokardiogramm aufzuzeichnen. Eine gründliche ophthalmologische Untersuchung ist ebenso angezeigt.

Die genannten Untersuchungen sind wiederholt durchzuführen, bis eine Besserung eintritt [1].

Babesia microti
  • Quinin wird bis heute zur Behandlung der Malaria tropica durch Plasmodium falciparum und bei Resistenzen gegenüber Chloroquinin eingesetzt, sowie zur Therapie einer Infektion mit Babesia microti.[symptoma.com]
  • Babesia microti ist damit inzwischen der häufigste transfusionsübertragene Parasit in den USA [16] .[egms.de]

Therapie

  • Zur Therapie von Wadenkrämpfen sind quininhaltige Präparate nicht mehr zugelassen.[symptoma.de]
  • In bewährter Form werden systematisch die aktuellen Erkenntnisse zum Stand von Klinik, Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen zusammengefasst und für die pragmatische Anwendung gewichtet.[books.google.de]
  • Stand-by-Therapie in der Kritik Ausschließlich in den Leitlinien der deutschsprachigen Fachgesellschaften gibt es die »notfallmäßige Selbstbehandlung« (Stand-by-Therapie).[pharmazeutische-zeitung.de]
  • Normalerweise werden diese Symptome abklingen, wenn Chinin -Therapie beendet. Wenn Cinchonismus ist mild, ist es ratsam, die Therapie fortzusetzen.[alskrankheit.net]

Epidemiologie

  • Epidemiologie Die Erkrankung kommt analog zur Verbreitung der Erreger prinzipiell weltweit vor.[egms.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Bei der Pathophysiologie der konnatalen Babesiose gelangen die Parasiten sehr wahrscheinlich in Analogie zur Malaria [31] perinatal sowie antenatal via transplazentarer Transmission infizierter Erythrozyten der Mutter in den kindlichen Kreislauf.[egms.de]

Quellen

Artikel

  1. Huston M, Levinson M. Are one or two dangerous? Quinine and quinidine exposure in toddlers. J Emerg Med. 2006; 31(4):395-401.
  2. Miller RS, Wongsrichanalai C, Buathong N, et al. Effective treatment of uncomplicated Plasmodium falciparum malaria with azithromycin-quinine combinations: a randomized, dose-ranging study. Am J Trop Med Hyg. 2006; 74(3):401-406.
  3. Phillips-Howard PA, ter Kuile FO. CNS adverse events associated with antimalarial agents. Fact or fiction? Drug Saf. 1995; 12(6):370-383.
  4. Bateman DN, Dyson EH. Quinine toxicity. Adverse Drug React Acute Poisoning Rev. 1986; 5(4):215-233.
  5. Thanacoody R. Quinine and chloroquine. Medicine. 2016; 44(3):197-198.
  6. Danias J, Brodie S. Delayed quinine toxicity mimicking open angle glaucoma. Br J Ophthalmol. 2001; 85(2):245-246.
  7. Vusirikala B, Williams TA, Ram AR. A late presentation of ocular quinine toxicity managed with a combination of vasodilatory treatments. Eye (Lond). 2005; 19(7):801-802.
  8. Quinine and cramp: uncertainty efficacy, major risks. Prescrire Int. 2000; 9(49):154-157.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:49