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Chronische myeloische Leukämie

CML

Die chronische myeloische Leukämie (CML) ist eine myeloproliferative Erkrankung, die hauptsächlich Erwachsene im fortgeschrittenen Alter betrifft. Die Ätiologie der CML ist unbekannt. Die Erkrankung verläuft in drei Phasen, die sich klinisch unterschiedlich darstellen und auch von therapeutischer Relevanz sind: Die chronische Phase der chronischen myeloischen Leukämie leitet die CML ein. Eine Progression zur akzelerierten Phase und schließlich zur Blastenkrise findet meist erst nach jahrelanger Krankheit statt und ist mit einer signifikanten Verschlechterung der Prognose verbunden.

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Symptome

Die höchste Inzidenz wird für Patienten im Alter von 55 bis 60 Jahren beschrieben [1]. Bei Diagnosestellung befindet sich die Mehrzahl der Patienten in der chronischen Phase der CML, in der kaum klinische Symptome feststellbar sind. Vielmehr führen zufällig festgestellte Anomalien im Blutbild zu weiteren diagnostischen Maßnahmen.

Wenn Beschwerden auftreten, dann sind diese zumeist auf Störungen der Erythropoese mit folgender Anämie und Alterationen der Thrombozytenzahl (Thrombozytose oder Thrombozytopenie) zurückzuführen. In diesem Zusammenhang kann es zu einem Leistungsverlust und verstärkter Müdigkeit, zur Thrombose oder zur Blutungsneigung kommen [2]. Weiterhin kann bereits eine Hepatosplenomegalie bestehen, die zu abdominellen Schmerzen, Völlegefühl und vorzeitiger Sättigung führt. Die Organomegalien werden bei Progression zur akzelerierten Phase und zur Blastenkrise deutlicher, und es entwickelt sich eine generalisierte Lymphadenopathie. Die unkontrollierte Proliferation der Tumorzellen im Knochenmark resultiert möglicherweise in Knochenschmerzen. Die immer ausgeprägtere Insuffizienz des Immunsystems geht mit einer verstärkten Infektanfälligkeit einher. Langfristig verlieren die Patienten an Gewicht, zeigen ein reduziertes Allgemeinbefinden und gehäuft auch Fieber.

Kopfschmerz
  • , Lymphopenie, Panzytopenie Stoffwechsel: Inappetenz, Dehydratation, Flüssigkeitsretention, Hypokalzämie, Hyperglykämie, Hyperurikämie, Hypophosphatämie, Hypertriglyceridämie, Hypokaliämie, Hyponatriämie Endokrines System: Hypothyreose Nervensystem: Kopfschmerzen[flexikon.doccheck.com]
  • Typische Beschwerden zum Zeitpunkt der Diagnose: Müdigkeit, Abgeschlagenheit Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen Schwindel, Kopfschmerz, Sehstörungen Erhöhte Blutungsneigung: kleine, punktförmige Hautblutungen, blaue Flecke, Nasenbluten, verlängerte[netdoktor.at]
  • Während die Zeichen der Gewebehypoxie durch verminderten Blutfluss aufgrund rheologischer Probleme an den Organen Lunge (gesteigerte Atemfrequenz bei kompensierter oder nichtkompensierter Hypoxie) und Gehirn (Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit[onkopedia.com]
  • Hier sind Flüssigkeitsretention (11–60 %), Übelkeit (50–65 %), Erbrechen (17–49 %), Bauchschmerzen (10–37 %), Muskelkrämpfe (25–49 %), muskuloskeletale Schmerzen (12–47 %), Müdigkeit (8–39 %), Hautausschlag (22–40 %), Diarrhoe (24–45 %) und Kopfschmerzen[aerzteblatt.de]
Reizbarkeit
  • In der Folge entwickeln sich Symptome wie Juckreiz, Nesselausschlag, Magen-Darm-Beschwerden, Knochen-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Reizbarkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.[netdoktor.at]
Anämie
  • […] wenn eine Anämie Anämie vorliegt, ist diese normochrom und nur mäßig ausgeprägt.[eref.thieme.de]
Fieber
Schwäche
  • Dysphagie Gallengangverschluss Ikterus Darmverschluss Ileus Gewebezerstörung, Ulkusbildung Arrosionsblutungen Sekundärinfektionen Gesteigerte Syntheseaktivität (Hormonproduktion) Tumorkachexie : Atrophie des Muskel- und Fettgewebes, Anorexie, Anämie, Schwäche[flexikon.doccheck.com]
Anorexie
  • Ösophagusverschluss Dysphagie Gallengangverschluss Ikterus Darmverschluss Ileus Gewebezerstörung, Ulkusbildung Arrosionsblutungen Sekundärinfektionen Gesteigerte Syntheseaktivität (Hormonproduktion) Tumorkachexie : Atrophie des Muskel- und Fettgewebes, Anorexie[flexikon.doccheck.com]
Blässe
  • Ein Blastenschub äußert sich durch Leistungsminderung, Blässe, verstärkte Blutungsneigung und evtl. Fieber aufgrund von Infektionen.[eref.thieme.de]
  • Zudem sind die Betroffenen oft blass. [2] Vergrößerung der Milz Da das Knochenmark immer weniger gesunde Blutzellen bildet, kann es zur Blutbildung außerhalb des Knochenmarks oder einem vorzeitigen Abbau roter Blutkörperchen in der Milz (siehe Abb. 1)[leben-mit-cml.de]
  • Mögliche Symptome sind Blässe, Leistungsabfall, Atemnot und Herzrasen. Da es auch an funktionstüchtigen Leukozyten mangelt, können Krankheitserreger nicht mehr so effektiv bekämpft werden.[netdoktor.at]
Dyspnoe
  • […] selten kommt es, insbesondere bei deutlich erhöhten Leukozytenzahlen, zu Symptomen der Leukostase, wie Sehstörungen, Dyspnoe, Angina pectoris oder Priapismus.[eref.thieme.de]
  • […] pectoris, akutes Koronarsyndrom, Perikarderguss, Vorhofflimmern, verminderte Ejektionsfraktion, Vorhofflattern Blutgefäße: Hypertonie, PAVK, periphere Ischämie, periphere Arterienstenose, Claudicatio intermittens, tiefe Venenthrombose, Flush Atemwege: Dyspnoe[flexikon.doccheck.com]
  • Unter den nicht hämatologischen Grad 3/4-Toxizitäten sind Dyspnoe (5 %) sowie Pleuraergüsse (6 %) hervorzuheben.[aerzteblatt.de]
Atemnot
  • Mögliche Symptome sind Blässe, Leistungsabfall, Atemnot und Herzrasen. Da es auch an funktionstüchtigen Leukozyten mangelt, können Krankheitserreger nicht mehr so effektiv bekämpft werden.[netdoktor.at]
Nachtschweiß
  • Im Übergang zur Blastenkrise Fieber, Nachtschweiß Nachtschweiß und Gewichtsverlust, Blutungen und Infektionsneigung.[eref.thieme.de]
Petechien
  • Gastrointestinaltrakt: Erbrechen, Übelkeit, Diarrhö, Abdominalschmerzen, Obstipation, Pankreatitis, GERD, Stomatitis, Dyspepsie, Meteorismus, Mundtrockenheit, Magenblutung Haut: Alopezie, Pruritus, Exanthem, exfoliatives Exanthem, Erythem, Hyperhidrose, Petechien[flexikon.doccheck.com]
Oberbauchschmerzen
  • Nach Symptomen wie Leistungsminderung, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Knochenschmerz, linksseitigem Oberbauchschmerz, Sehstörungen sollte gefragt werden.[eref.thieme.de]
  • Abgeschlagenheit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Knochenschmerzen, Oberbauchschmerzen. 11.2 Körperliche Untersuchung Der häufigste körperliche Befund bei einer CML ist die Splenomegalie, die bei 20 - 70 % der Patienten vorzufinden ist.[flexikon.doccheck.com]
Appetitverlust
  • Dazu gehören Abgeschlagenheit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, depressive Verstimmung, Appetitverlust sowie eine Vergrößerung der Milz, die sich als Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar machen kann.[netdoktor.at]
Bauchschmerz
  • Hier sind Flüssigkeitsretention (11–60 %), Übelkeit (50–65 %), Erbrechen (17–49 %), Bauchschmerzen (10–37 %), Muskelkrämpfe (25–49 %), muskuloskeletale Schmerzen (12–47 %), Müdigkeit (8–39 %), Hautausschlag (22–40 %), Diarrhoe (24–45 %) und Kopfschmerzen[aerzteblatt.de]
Hepatosplenomegalie
  • Später treten Allgemeinsymptome und Oberbauchbeschwerden durch eine zunehmende Hepatosplenomegalie Hepatosplenomegalie Leukämie, chronische, myeloische auf.[eref.thieme.de]
  • Weiterhin kann bereits eine Hepatosplenomegalie bestehen, die zu abdominellen Schmerzen, Völlegefühl und vorzeitiger Sättigung führt.[symptoma.de]
Hepatomegalie
  • Eine Hepatomegalie findet sich in 10 bis 20 % der Fälle. Selten entstehen als Folge der extramedullären Blutbildung kutane bzw. subkutane Läsionen, die Blasten enthalten. Letzteres ist ein Kriterium, welches eine Blastenkrise definiert.[flexikon.doccheck.com]
Generalisierte Lymphadenopathie
  • Die Organomegalien werden bei Progression zur akzelerierten Phase und zur Blastenkrise deutlicher, und es entwickelt sich eine generalisierte Lymphadenopathie.[symptoma.de]
Knochenschmerz
  • Knochenschmerzen oder Oberbauchbeschwerden infolge der Milzvergrößerung,[eref.thieme.de]
Arthralgie
  • Dyspepsie, Meteorismus, Mundtrockenheit, Magenblutung Haut: Alopezie, Pruritus, Exanthem, exfoliatives Exanthem, Erythem, Hyperhidrose, Petechien, Ekchymosen, exfoliative Dermatitis, Hyperkeratosen, Hyperpigmentierung Bewegungsapparat: Knochenschmerzen, Arthralgie[flexikon.doccheck.com]

Diagnostik

Zunächst ist ein Differenzialblutbild anzufordern und zur besseren Einschätzung des Allgemeinzustandes des Patienten wird auch die Auswertung der Blutchemie empfohlen. Charakteristische Anomalien des Blutbildes umfassen eine Leukozytose mit Anstieg der Leukozytenzahl > 50*10^9/l und eine Linksverschiebung, häufig begleitet von Eosinophilie und Basophilie [3]. Weiterhin werden bei CML-Patienten häufig erhöhte Serumkonzentrationen der Laktatdehydrogenase sowie eine Hyperurikämie gemessen [4].

Im Anschluss ist eine Untersuchung des Knochenmarks erforderlich. Ein Knochenmarkaspirat genügt, um den Anteil der Blasten zu prüfen und liefert zudem Material für folgende zytogenetische Analysen. Die Identifikation einer eventuell begleitenden Fibrose bedarf jedoch der Aufarbeitung einer Biopsieprobe [5] [6].

Die Diagnose der CML wird in der Regel über den Nachweis des Philadelphia-Chromosoms in Tumorzellen aus dem peripheren Blut oder dem Knochenmark bestätigt. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die reziproke Translokation, die der Bildung des Philadelphia-Chromosoms zugrunde liegt, nur in etwa 85% der CML-Fälle nachgewiesen werden kann und deshalb kein Ausschlusskriterium ist. In den übrigen Fällen lässt sich molekularbiologisch jedoch meist die Präsenz des BCR-ABL-Fusionsgens zeigen [7] und dieser Befund ist gleichermaßen beweisend für eine CML [6]. Im Krankheitsverlauf können die Lymphozyten eine weitere Degeneration erfahren und die zusätzlichen genetischen Anomalien prädisponieren für eine Transformation von der chronischen Phase in die akzelerierte Phase bzw. die Blastkrise [8].

Untersuchungen von Blut- und Knochenmarkproben müssen im Rahmen von Verlaufsuntersuchungen wiederholt werden: Ein Anstieg der Blasten in Blut und Knochenmark auf > 15%, ein Anstieg der basophilen Granulozyten in Blut und Knochenmark auf > 20%, ein Absinken der Thrombozytenzahl < 100.000/µl oder eine progrediente Myelofibrose zeigt eine Progression zur akzelerierten Phase an. Liegt der Anteil der Blasten im Blut oder Knochenmark bei > 30%, so befindet sich der Patient in der Blastenkrise [1]. Andererseits zeigt eine Normalisierung der Parameter und ein Rückgang der Myelofibrose auch ein Ansprechen auf die Therapie an [9], wenngleich nicht notwendigerweise eine vollständige Heilung [10].

Philadelphia-Chromosom positiv
  • .: Nilotinib in imatinib-resistant CML and Philadelphia chromosome-positive ALL. N Engl J Med 2006; 354: 2542–51. MEDLINE e72.[aerzteblatt.de]
  • Isochromosom 17) jegliche neue klonale chromosomale Aberration einer Philadelphia-Chromosom-positiven Zelle unter Therapie hämatologische Resistenz gegenüber dem ersten Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) oder kein komplettes hämatologisches Ansprechen auf den[flexikon.doccheck.com]
Verminderte Thrombozytenzahl
  • Insbesondere intial zeigt sich in 50 % der Fälle eine erhöhte Thrombozytenzahl (Thrombozytose), in 10% der Fälle eine verminderte Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie), meist liegt auch eine Funktionsstörung der Plättchen ( Thrombozytopathie ) vor.[flexikon.doccheck.com]

Prognose

Epidemiologie

  • KNL Fachkreise Epidemiologie Jährlich erkranken bis zu 12.000 Menschen in Deutschland an Leukämien - darunter etwa 600 Kinder. Die Krebsfälle bei Kindern werden seit 1980 zentral im Deutschen Kinderkrebsregister dokumentiert.[kompetenznetz-leukaemie.de]
  • Atypische BCR-ABL1-negative CML: Die atypische CML gehört zu den myelodysplastisch-myeloproliferativen Neoplasien (MDS/MPN). siehe Hauptartikel : atypische chronische myeloische Leukämie 4 Epidemiologie Die Inzidenz der CML beträgt ungefähr 1,2 - 1,5[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Die dritte Form p230 wird durch das Transkript e19a2 kodiert und ist mit einem indolenten Verlauf assoziiert. 7 Pathophysiologie Die konstitutive Aktivierung von BCR-ABL1 führt zur Autophosphorylierung und Aktivierung zahlreicher Downstream -Signalwege[flexikon.doccheck.com]

Quellen

Artikel

  1. Hochhaus A, La Rosee P, Eigendorff E, Ernst T. [Chronic myelogenous leukemia]. Internist (Berl). 2015; 56(4):333-343.
  2. Hentrich M, Stoetzer OJ, Salat C, Ledderose G. [Chronic myeloid leukemia--case report]. Dtsch Med Wochenschr. 2002; 127(49):2617.
  3. Lange T, Pelz-Ackermann O, Burkhardt R, Niederwieser D. [Molecular monitoring: an essential component of the treatment for chronic myeloid leukemia]. Dtsch Med Wochenschr. 2006; 131(43):2390-2394.
  4. Stoetzer OJ, Hentrich M, Salat C. [Chronic myeloid leukemia--pathophysiology and diagnosis]. Dtsch Med Wochenschr. 2002; 127(49):2618-2620.
  5. Buesche G, Hehlmann R, Hecker H, et al. Marrow fibrosis, indicator of therapy failure in chronic myeloid leukemia - prospective long-term results from a randomized-controlled trial. Leukemia. 2003; 17(12):2444-2453.
  6. Burchert A, Neubauer A. [Chronic myeloid leukemia. Diagnostics, therapy and future strategy]. Internist (Berl). 2011; 52(3):283-293; quiz 294-285.
  7. Storlazzi CT, Anelli L, Surace C, et al. Molecular cytogenetic characterization of a complex rearrangement involving chromosomes 9 and 22 in a case of Ph-negative chronic myeloid leukemia. Cancer Genet Cytogenet. 2002; 136(2):141-145.
  8. Skorski T. Genetic mechanisms of chronic myeloid leukemia blastic transformation. Curr Hematol Malig Rep. 2012; 7(2):87-93.
  9. Buesche G, Ganser A, Schlegelberger B, et al. Marrow fibrosis and its relevance during imatinib treatment of chronic myeloid leukemia. Leukemia. 2007; 21(12):2420-2427.
  10. Baccarani M, Deininger MW, Rosti G, et al. European LeukemiaNet recommendations for the management of chronic myeloid leukemia: 2013. Blood. 2013; 122(6):872-884.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:41