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Campylobacter jejuni-Infektion

Die Campylobacter jejuni-Infektion zählt zu den weltweit häufigsten Ursachen der Gastroenteritis, wobei höchste Inzidenzen in Entwicklungsländern zu verzeichnen sind. Die meisten Menschen infizieren sich durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel, vor allem den von unzureichend gekochtem Geflügelfleisch und Milchprodukten, aber auch durch das Trinken von kontaminiertem Wasser. Leitsymptom der Campylobacter jejuni-Infektion ist die Diarrhoe, die mit Bauchschmerzen und Krämpfen sowie häufig mit Fieber einhergeht. Es sind zahlreiche Komplikationen der Erkrankung beschrieben, z.B. das Guillain-Barré-Syndrom. Die mikrobiologische Diagnostik spielt für das Erkennen einer Campylobacter jejuni-Infektion die größte Rolle.


Symptome

Das gramnegative Bakterium Campylobacter jejuni ist insbesondere für seine Beteiligung an gastrointestinalen Erkrankungen bekannt. Auf allen Kontinenten gilt die Campylobacter jejuni-Infektion als eine der Hauptursachen für die Gastroenteritis [1] [2] [3] [4] [5]. Während in Europa und Nordamerika vor allem Erwachsene von der Erkrankung betroffen sind, stellen Kinder im Alter von unter zwei Jahren den größten Anteil der Patienten in den Entwicklungsländern [1] [2].

Der Mensch infiziert sich mit dem genannten Pathogen, indem er es mit seiner Nahrung zu sich nimmt. Das größte Risiko einer Infektion besteht beim Verzehr von rohem oder unzureichend abgekochten Geflügel-, selten auch Rinderfleisch, sowie nicht ausreichend erhitzter Milch und entsprechenden Milchprodukten [1] [3] [5] [6]. In Regionen, in denen grundsätzlich hygienische und sanitäre Probleme bestehen, erfolgt die Infektion regelmäßig auch über kontaminiertes Wasser. Das ist vor allem im Nahen Osten, Asien und Afrika der Fall [2] [4].

Bei den Patienten setzen wenige Tage nach der oralen Aufnahme der Bakterien akut unspezifische Symptome einer Gastroenteritis ein. Die meisten Patienten leiden an wässriger Diarrhoe, aber auch blutiger Durchfall wird beschrieben, und die Frequenz des Stuhlgangs beträgt bis zu zehn pro Tag. Parallel treten abdominale Krämpfe auf und die Körpertemperatur steigt auf über 40 °C [1] [4]. Die beschriebenen Symptome währen etwa eine Woche lang [1] [4], bei einem geringen Anteil der Patienten aber durchaus auch mehrere Wochen [1].

In der Literatur finden sich zahlreiche Beschreibungen von Komplikationen der Campylobacter jejuni-Infektion, etwa die Besiedelung umliegender Organe durch die Bakterien. Zur Gastroenteritis kommt in solchen Fällen eine Cholezystitis, Pankreatitis oder Peritonitis hinzu. Auch die systemische Dissemination des Pathogens ist möglich und es liegen Fallbeschreibungen vor, in denen die Patienten eine septische Arthritis, Osteomyelitis, Meningitis oder gar Sepsis entwickelt haben [1] [2] [4]. Wesentlich häufiger kommt es dagegen zur Ausprägung eines Guillain-Barré-Syndroms, dem eine autoimmune Genese zugrunde liegt und dass das periphere Nervensystem betrifft. Patienten, die am Guillain-Barré-Syndrom leiden, klagen über Schwäche und schlaffe Lähmungen [1] [5] [7].

Guillain-Barré-Syndrom
  • Wesentlich häufiger kommt es dagegen zur Ausprägung eines Guillain-Barré-Syndroms, dem eine autoimmune Genese zugrunde liegt und dass das periphere Nervensystem betrifft.[symptoma.com]
  • Seltene Folgeerkrankungen einer Campylobacter -Infektion können reaktive Arthritis und das Guillain-Barré -Syndrom sein.[rki.de]
Kopfschmerz
  • Häufig bestehen 12–24 Stunden vor Auftreten der enteritischen Symptome Prodromi mit Fieber (38–40 C), Kopfschmerzen, Myalgien, Arthralgien und Mattigkeit. Die häufigsten Symptome sind Diarrhö, Bauchschmerzen bzw. -krämpfe, Fieber und Mattigkeit.[rki.de]
Bauchschmerz
  • Eine Lebensmittelvergiftung kann Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall hervorrufen. Nur wenige der Bakterien seien dafür nötig, heißt es. Wie sich eine Lebensmittelvergiftung vermeiden lässt Die Bakterien sterben, sobald das Fleisch erhitzt wird.[welt.de]
  • Leitsymptom der Campylobacter jejuni-Infektion ist die Diarrhoe, die mit Bauchschmerzen und Krämpfen sowie häufig mit Fieber einhergeht. Es sind zahlreiche Komplikationen der Erkrankung beschrieben, z.B. das Guillain-Barré-Syndrom.[symptoma.com]
  • Die häufigsten Symptome sind Diarrhö, Bauchschmerzen bzw. -krämpfe, Fieber und Mattigkeit. Die Diarrhö kann breiig bis massiv wässrig, nicht selten auch blutig sein. Die Erkrankung dauert in der Regel bis zu einer Woche, mitunter auch länger.[rki.de]

Diagnostik

Die Gastroenteritis ist eine weitverbreitete Erkrankung, die durch zahlreiche bakterielle, virale und andere Pathogene ausgelöst werden kann. Die Symptome der Gastroenteritis sind in aller Regel unspezifisch. Deshalb ist es besonders wichtig, dass der behandelnde Arzt im Gespräch mit dem Patienten nach kürzlich durchgeführten Reisen und Risikoverhalten sowie nach dem Konsum von Lebensmitteln, bei denen bekanntermaßen ein höheres Risiko der Campylobacter jejuni-Infektion besteht, fragt. Darüber hinaus ist in Erfahrung zu bringen, wann die Beschwerden eingesetzt und wie sie sich seit Krankheitsbeginn entwickelt haben.

In der klinischen Untersuchung lassen sich die vom Patienten gemachten Angaben bestätigen, aber nur selten spezifische Befunde erheben. Zur besseren Einschätzung des Allgemeinzustandes des Patienten empfehlen sich Blutuntersuchungen, aber im Rahmen einer Campylobacter jejuni-Infektion offenbaren diese kaum mehr als eine Leukozytose [1]. Entscheidende Hinweise auf eine Infektion mit Campylobacter jejuni bringt erst die mikrobiologische Untersuchung einer Stuhlprobe. Aus dieser sollte die Anzucht des kausalen Pathogens gelingen, wenn die Kultivierung unter geeigneten Temperaturen und Zugabe von Cephalothin erfolgt [1] [4] [5]. Neben der konventionellen Anzug des Erregers besteht auch die Möglichkeit, über die Bestimmung von Antikörpertitern oder - noch zuverlässiger - den molekularbiologischen Nachweis des Bakteriums mittels Polymerase-Kettenreaktion mit Diagnose zu bestätigen [4] [5] [7].

Therapie

  • Therapie In der Regel ist die Krankheit selbstlimitierend. Eine symptomatische Therapie mit Volumen- und Elektrolytsubstitution ist in fast allen Fällen ausreichend.[rki.de]

Epidemiologie

  • Beratung zur Epidemiologie Robert Koch-Institut Abteilung für Infektionsepidemiologie Fachgebiet 35 - Gastroenterologische Infektionen, Zoonosen und tropische Infektionen Seestraße 10, 13353 Berlin Ansprechpartner: Prof. Dr.[rki.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Allos BM. Campylobacter jejuni Infections: update on emerging issues and trends. Clin Infect Dis. 2001; 32(8):1201-1206.
  2. Coker AO, Isokpehi RD, Thomas BN, Amisu KO, Obi CL. Human campylobacteriosis in developing countries. Emerg Infect Dis. 2002; 8(3):237-244.
    Friedman CR, Hoekstra RM, Samuel M, et al. Risk factors for sporadic Campylobacter infection in the United States: A case-control study in FoodNet sites. Clin Infect Dis. 2004; 38 Suppl 3:S285-296.
  3. Kaakoush NO, Castaño-Rodríguez N, Mitchell HM, Man SM. Global Epidemiology of Campylobacter Infection. Clin Microbiol Rev. 2015; 28(3):687-720.
  4. Nyati KK, Nyati R. Role of Campylobacter jejuni infection in the pathogenesis of Guillain-Barre syndrome: an update. Biomed Res Int. 2013; 2013:852195.
  5. Sarkar SR, Hossain MA, Paul SK, et al. Campylobacteriosis - an overview. Mymensingh Med J. 2014; 23(1):173-180.
  6. Nachamkin I, Allos BM, Ho T. Campylobacter species and Guillain-Barré syndrome. Clin Microbiol Rev. 1998; 11(3):555-567.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:35