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Bloch-Sulzberger-Syndrom

Incontinentia pigmenti

Das Bloch-Sulzberger-Syndrom, auch als Bloch-Siemens-Syndrom, Incontinentia pigmenti, Melanoblastosis cutis und Naevus pigmentosus systematicus bekannt, ist eine seltene, X-chromosomal-dominant vererbte Krankheit mit kutanen, neurologischen und okulären Manifestationen.


Symptome

Die Entstehung der Hautmanifestationen ist im Gegensatz zu anderen Syndromen schrittweise. Die Reihenfolge dieser Läsionen kann unregelmäßig sein, aber es gibt vier Stufen.
Eine positive Familienanamnese wird bei etwa 28% der Patienten berichtet. Bei etwa 62% der Patienten manifestiert sich das Syndrom sporadisch.

Stadium 1

Es ist bei der Geburt vorhanden oder entwickelt sich innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Geburt. Bläschenbildung auf der Basis von Erythem tritt auf. Die Läsionen folgen Blaschko-Linien. Sie sind häufigsten am Stamm und den Extremitäten, aber auch andere Teile des Körpers können betroffen sein. Sie sind in der Regel bis zum vierten Lebensmonat vorhanden und verschwinden dann. Selten kommt es zu Wiederauftreten von Bläschen, meist in Verbindung mit einer fieberhaften Erkrankung oder Routineimpfung [4] [5].

Stadium 2

Verruköse Läsionen sind auf der Haut zu sehen. Sie entwickeln auf den Blaschko-Linien und werden in der Regel nach dem ersten Stadium gesehen. Sie treten bei 80% der Patienten auf und dauern einige Wochen bis Monate an.

Stadium 3

Diese Phase umfasst die Entwicklung von hyperpigmentierter Haut und Verfärbungen in Form von Wirbeln und Streifen entlang der Blaschko-Linien treten auf. Sie entwickeln sich in anderen Arealen, als die Läsionen in Stadium 1 und 2 und verschwinden während der Adoleszenz. Die Läsionen treten am Stamm, den Extremitäten, in Hautfalten und am Hals verteilt auf und sind in mehr als 90% der Patienten vorhanden.

Stadium 4

In dieser Phase sind hypopigmentierte und atrophische Flecken zu sehen, die im Erwachsenenalter bestehen bleiben. Dies ist ein sehr charakteristisches Merkmal dieses Syndroms.

Die oralen Veränderungen sind sehr prominent und werden bei 50-80% der Patienten gesehen [6]. Der Durchbruch der Zähne ist verzögert. Teilweise kann Adontie oder Hypodontie bemerkt werden. Auch das Wachstum der Zähne ist abnorm, gelegentlich kann ein Teil der Zähne fehlen oder der Zahnschmelz ist mangelhaft entwickelt. Die häufigste Assoziation ist ein hoher Gaumen oder eine Gaumenspalte.

Netzhautveränderungen, gemeinsam mit Ischämie, Optikusatrophie und Entwicklungsstörungen, führen zu Blindheit und Verlust der Sehschärfe [7]. Andere Veränderungen des Auges sind Keratitis und Katarakt.

Neurologische Symptome werden durch mikrovaskuläre Veränderungen verursacht und es kommt zu Entwicklungsverzögerung, neonatalen Krampfanfällen, Schlaganfall, Intelligenzminderung, Ataxie, Mikrozephalie und Porenzephalie und anderen zentralnervöse Erscheinungen [8] [9].

Weitere Symptome sind Alopezie, Nageldystrophie, Nagelablösungen oder Hyperkeratose [10].

Dysautonomie
  • Charcot-Marie-Tooth Crouzon-Syndrom Dominant-autosomale Polyzystose der Nieren Dystonie 1, Torsionsdystonie Emery-Dreifuss-Muskeldystrophie Facioscapulohumerale Muskeldystrophie Fanconi-Anämie Familiäre Amyloidpolyneuropathie Familiäre adenomatöse Polyposis Familiäre Dysautonomie[de.dexeus.com]
Keratosis palmoplantaris
  • Sie ist auch Mljet Krankheit und Keratosis palmoplantaris genannt und führt zur Bildung trockener, dicker Flecken auf der Haut. Die Flecken erscheinen an den Handflächen, Händen und Fußsohlen.[gesund-info.info]
Hyperpigmentation
  • Lebensjahr bis Erwachsenenalter): Abblassen der Läsionen, atrophische Narben, Alopezie Ursachen Vererbung: X-Chromosom (IKBKG-Gen) Symptome Hauterscheinungen: Pusteln (ganzer Körper), danach Hyperpigmentationen (streifenförmig, grau-braun), danach Narbenbildung[medizin-kompakt.de]

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt aufgrund der folgenden Kriterien:

  • Wenn die NEMO-Mutation nicht bestätigt ist und kein Fall bei weiblichen Verwandten ersten Grades vorhanden ist, müssen 2 Hauptkriterien oder 1 Hauptkriterium + 1 Nebenkriterium erfüllt sein.
  • Wenn die NEMO-Mutation nicht bestätigt ist und ein Fall bei einem weiblichen Verwandten ersten Grad vorhanden ist, muss 1 Hauptkriterium oder 2 Nebenkriterien erfüllt sein.
  • Wenn die NEMO-Mutation bestätigt ist, muss 1 Hauptkriterium oder 1 Nebenkriterium erfüllt sein.

Hauptkriterien umfassen typische Hauterscheinungen, während zu den Nebenkriterien Zahn-, ZNS-, Brust-, Gaumen- und Augenanomalien, Alopezie, Nägelanomalien, Anamnese von mehreren Fehlgeburten und typische histologische Befunde der Haut zählen.

Labor

Die Blutuntersuchungen zeigen Eosinophilie. Bei Patienten, bei denen Bloch-Sulzberger-Syndrom vermutet wird, sollte eine Karyotypisierung und eine genetische Untersuchung durchgeführt werden. Auch durch eine Hautbiopsie kann die Diagnose bestätigt werden.

Bildgebung

Durch Computertomographie oder Magnetresonanztomographie können verringerte Blutversorgung und andere ischämische Veränderungen festgestellt werden.

Ischämische Veränderung
  • Bildgebung Durch Computertomographie oder Magnetresonanztomographie können verringerte Blutversorgung und andere ischämische Veränderungen festgestellt werden. Komplikationen wie bakterielle Sekundärinfektionen sollten verhindert werden.[symptoma.de]

Therapie

Komplikationen wie bakterielle Sekundärinfektionen sollten verhindert werden. Die Behandlung der symptomatischen Beschwerden ist die einzige Option, da die Krankheit das Ergebnis einer genetischen Mutation ist.

Die Verwendung von Antikonvulsiva zur Kontrolle von Anfällen wird empfohlen. Dermatologen, Ophthalmologen und Neurologen sind während des gesamten Lebens für die Linderung der wiederkehrende Symptome und das Management unverzichtbar [11].

Prognose

Die Prognose des Syndroms ist gut, der Tod kann jedoch auftreten, wenn sich die neurologischen und ophthalmologischen Veränderungen verschlechtern. Wenn Komplikationen vermieden werden, dann die Prognose ist gut.

Ätiologie

Das Bloch-Sulzberger-Syndrom ist auf eine genetische Mutation in dem X-Chromosom zurückzuführen und ist es eine X-chromosomal-dominante Erkrankung.

Es ist das Ergebnis einer Mutation in dem NEMO/IKK-gamma-Gen auf dem Chromosom Xq28. Das Gen ist für die Aktivierung des Transkriptionsfaktors NF-kappaB verantwortlich, der Immunität, Apoptose und Entzündung reguliert.

Eine einzige Mutation im Gen ist die Ursache für fast 80% der Fälle [2]. Vor kurzem wurden 21 Punktmutationen entdeckt, die zu der Krankheit führen.

Epidemiologie

Das Bloch-Sulzberger-Syndrom ist eine X-chromosomal vererbte Krankheit und daher am häufigsten bei Frauen vorkommend. In seltenen Fällen kann es bei Männern als Klinefelter-Syndrom oder durch Mosaik/hypomorphe Mutationen im NEMO-Gen manifestieren [1].

Es ist bei 90% der Kinder bereits bei der Geburt oder während der Kindheit sichtbar. Die Hauterscheinungen sind charakteristisch und bleiben auf Lebenszeit. Nachdem sich die Hautausschläge zeigen, können neurologische Symptome und dentale Veränderungen in der frühen Kindheit zu sehen sein.

Morbidität und Mortalität sind abhängig vom Alter und Schwere der Symptome. Es ist häufiger bei Weißen als bei dunkelhäutigen Patienten.

Bis 1987 wurden nur 700 Fälle dieser seltenen Erkrankung in der Literatur berichtet. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich deutlich höher.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Das Bloch-Sulzberger-Syndrom ist eine X-chromosomal-dominante Erkrankung und betrifft jene Gewebe, die aus dem Ektoderm und Neuroektoderms entstehen.

Beteiligung der Haut, des zentralen Nervensystems und des Zahngewebes sind Teil dieses Syndroms. Es manifestiert sich als ektodermale Dysplasie und betrifft auch die Haare, Zähne und Nägel.

Bei Frauen kommt es durch Lyonisierung zu funktionellem Mosaik der X-chromosomalen Gene. [3] Dies zeigt sich durch Symptome entlang der Blaschko-Linien der Haut. Normale Chromosome sind in den Bereichen aktiv, wo die Haut nicht beeinflusst ist, während die abnorm mutierten X-Chromosome in den Bereichen der Hautläsionen aktiv sind.

Prävention

Es gibt keine Richtlinien für die Prävention von Bloch-Sulzberger-Syndrom.

Zusammenfassung

Das X-chromosomal dominante Bloch-Sulzberger-Syndrom ist sehr selten, etwa 700 Fälle wurden bisher publiziert.

Die charakteristischen Hautveränderungen sind in etwa 90% schon bei der Geburt vorhanden oder sie entwickeln sich im Säuglingsalter.

Andere Manifestationen, einschließlich okulärer Anomalien, Nageldystrophien, Anomalien des Zentralnervensystems und Zahnanomalien, werden oft erst in der Kindheit erkannt.

Patientenhinweise

Das Bloch-Sulzberger-Syndrom ist eine X-chromosomal-dominante Erkrankung durch genetische Veränderungen. Viele verschiedene Symptome können im Rahmen dieses Syndroms auftreten. Die Symptome bei der Geburt oder innerhalb von 2 Wochen nach der Geburt sichtbar.

Es gibt vier Stufen der Hauterscheinungen, wie Bläschen, Warzen, Hyperpigmentierung und Hypopigmentierung. Neben den Symptomen der Haut treten Veränderungen im zentralen Nervensystem, Augen, Haare, Nägel, Zähne und Mund auf.

Um die Diagnose zu stellen, müssen verschiedene Untersuchungen, darunter Blutuntersuchungen, Bildgebung und genetische Tests, durchgeführt werden.

Es gibt keine spezifischen Medikamente, jedoch ist symptomatische Linderung möglich.

Quellen

Artikel

  1. Kenwrick S, Woffendin H, Jakins T, et al. Survival of male patients with incontinentia pigmenti carrying a lethal mutation can be explained by somatic mosaicism or Klinefelter syndrome. Am J Hum Genet. Dec 2001;69(6):1210-7.
  2. Conte MI, Pescatore A, Paciolla M, Esposito E, Miano MG, Lioi MB, et al. Insight into IKBKG/NEMO Locus: Report of New Mutations and Complex Genomic Rearrangements Leading to Incontinentia Pigmenti Disease. Hum Mutat. Feb 2014;35(2):165-77
  3. Maingay-de Groof F, Lequin MH, Roofthooft DW, et al. Extensive cerebral infarction in the newborn due to incontinentia pigmenti. Eur J Paediatr Neurol. Jul 2008;12(4):284-9.
  4. Alikhan A, Lee AD, Swing D, Carroll C, Yosipovitch G. Vaccination as a probable cause of incontinentia pigmenti reactivation. Pediatr Dermatol. Jan 1 2010;27(1):62-4
  5. van Leeuwen RL, Wintzen M, van Praag MC. Incontinentia pigmenti: an extensive second episode of a "first-stage" vesicobullous eruption. Pediatr Dermatol. Jan-Feb 2000;17
  6. Macey-Dare LV, Goodman JR. Incontinentia pigmenti: seven cases with dental manifestations. Int J Paediatr Dent. Dec 1999;9(4):293-7.
  7. Meuwissen ME, Mancini GM. Neurological findings in incontinentia pigmenti; a review. Eur J Med Genet. May 4 2012
  8. Turkmen M, Eliacik K, Temocin K, Savk E, Tosun A, Dikicioglu E. A rare cause of neonatal seizure: incontinentia pigmenti. Turk J Pediatr. Jul-Sep 2007;49(3):327-30.
  9. Cartwright MS, White DL, Miller LM 3rd, Roach ES. Recurrent stroke in a child with incontinentia pigmenti. J Child Neurol. May 2009;24(5):603-5.
  10. Nicolaou N, Graham-Brown RA. Nail dystrophy, an unusual presentation of incontinentia pigmenti. Br J Dermatol. Dec 2003;149(6):1286-8.
  11. Nguyen JK, Brady-Mccreery KM. Laser photocoagulation in preproliferative retinopathy of incontinentia pigmenti. J AAPOS. Aug 2001;5(4):258-9

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:38